Rapid plagt die Stadionproblematik, findet aber keine Lösung. An eine neue, größere Rapid-Heimstätte ist laut Präsident Rudolf Edlinger in absehbarer Zukunft nicht zu denken.
WIEN (ag). Rapid wurde im Viertrundenhinspiel der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag mit seiner Stadionproblematik konfrontiert. Die Nachfrage für den Vergleich mit Aston Villa übertraf bei Weitem das Angebot von 17.800 aufgelegten Tickets – das Hanappi-Stadion war für die Hütteldorfer zu klein. Angesichts dieses Ansturms wäre das Happel-Stadion eine lukrative Option gewesen. Zugunsten des Heimvorteils wurde darauf aber verzichtet.
An eine neue, größere Rapid-Heimstätte ist laut Präsident Rudolf Edlinger in absehbarer Zukunft nicht zu denken. „Das Problem ist, wo wir ein neues Stadion bauen würden. Beim derzeitigen Standort stellt sich die Frage, ob wir überhaupt eine Baugenehmigung erhalten. Aus Hütteldorf wegzugehen, ist absurd. Rapid ist Hütteldorf.“
Das mit Abstand größte Hindernis ist die Finanzierung. „Ein neues Stadion zu bauen, kostet 60 bis 70 Millionen Euro“, schätzt der ehemalige Finanzminister. Für Rapid ist diese Summe nicht annähernd zu stemmen, eine neue, mittels Steuergelder oder privater Sponsoren finanzierte Arena steht ebenfalls nicht zur Debatte. „Es gibt niemanden, der einem ein Stadion schenkt, bei dem dann nur ein Pickerl mit seinem Namen draufsteht. Es gibt im Augenblick keinen Investor.“ Pläne für einen Ausbau des Hanappi-Stadions (24.000 Zuschauer) bestehen jedoch, sind aber mit „immensen Kosten“ (25 Millionen Euro) verbunden. Rapid wird also in Wien weiterhin nur in Ausnahmefällen in einem großen Stadion spielen – und zwar im Europacup nur gegen namhafte Gegner. Aston Villa zählte für Grünweiß nicht dazu.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2009)