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In die Wahl mit Mitterlehner

ÖVP holt Schober und Rosam als Berater. Kurz will (noch) nicht.

Kurz gegen Kern – das wird es wohl es so schnell nicht geben. Auch im Fall vorgezogener Neuwahlen nicht. Doch das wollen die meisten der ÖVP-Führungskräfte in Bund und Ländern derzeit ohnehin nicht – eine kleine Gruppe um ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka vielleicht einmal ausgenommen. Auch die Jungen um Gernot Blümel halten das im Moment nicht – mehr – für opportun.

„Noch jeder ÖVP-Obmann in der jüngeren Vergangenheit – abgesehen vom damals erkrankten Josef Pröll – hatte die Chance, zumindest einmal bei einer Nationalratswahl anzutreten“, sagt einer von diesen ÖVP-Granden. So werde das ebenso mit Reinhold Mitterlehner sein.

Auch Außenminister Sebastian Kurz hat diesem zuletzt noch einmal seine volle Loyalität zugesichert. Auch wenn es Druck auf Kurz gab und gibt, es selbst an der Spitze der Partei zu versuchen: Er will nicht. Noch nicht. Er sei erst dreißig Jahre alt, es sei zu früh, er habe noch genügend Zeit, betont er auch gegenüber seinen Fans immer wieder.

Und da Christian Kern in den Umfragen weniger stark davonzieht als in der ÖVP befürchtet, besteht nicht unbedingt Gefahr in Verzug. Die ÖVP-Strategie lautet daher: Mitterlehner 2018 (oder eben früher, wenn nötig).

Zu diesem Zweck wurden auch zwei Berater von außen engagiert: Der Werber Luigi Schober, der sich einerseits um die Marke ÖVP, andererseits um die Marke Mitterlehner kümmern soll. Und der PR-Mann Wolfgang Rosam, der sich der medialen Wahrnehmung und Inszenierung annehmen soll.

In Bezug auf die (Neu-)Ausgestaltung der Marke ÖVP sind in nächster Zeit einmal Workshops geplant. Hier soll die Volkspartei in ihrer ganzen Breite miteinbezogen werden: von jungen Bürgermeistern wie dem Klosterneuburger Stefan Schmuckenschlagerbis zu parteiinternen Kritikern wie Christopher Drexler, dem steirischen Landesrat.

E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2016)