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Brexit: Der längste Tag für Europa hat begonnen

"Rein oder raus", heißt es vor einem Haus in Großbritannien.
"Rein oder raus", heißt es vor einem Haus in Großbritannien.APA/AFP/GLYN KIRK
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Die Wahllokale sind bis 23 Uhr MESZ geöffnet. Die EU würde durch einen Austritt Großbritanniens in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt.

In Großbritannien hat Donnerstagfrüh (8 Uhr MESZ) das historische EU-Austrittsreferendum begonnen. Rund 46,5 Millionen registrierte Wähler können entscheiden, ob das Königreich weiter in der Europäischen Union bleiben oder ausscheiden soll. Es gilt als eine der wichtigsten Entscheidungen des Landes seit Jahrzehnten. Der Ausgang gilt nach letzten Umfragen als völlig offen.

Im Falle eines Brexits - also eines Ausstiegs aus der EU - wird ein Rücktritt von Premierminister David Cameron nicht ausgeschlossen. Die EU würde durch einen Austritt Großbritanniens aus der Gemeinschaft der momentan 28 Staaten in die schwerste Krise ihrer Geschichte gestürzt. Noch niemals hat ein Mitgliedsland die vor sechs Jahrzehnten begründete Gemeinschaft verlassen.

Ergebnisse erste am Freitag

Die Wahllokale sind von 8 bis 23 Uhr MESZ geöffnet. Prognosen und Hochrechnungen soll es nach Schließung der Wahllokale nicht geben. Am frühen Freitag in der Früh wird mit ersten Resultaten gerechnet, ein Endergebnis dürfte erst am Vormittag feststehen. Umfragen erwarten ein extrem knappes Ergebnis. Der Durchschnitt von acht Umfragen seit dem 15. Juni ergab einen hauchdünnen Vorsprung von 45:44 Prozent für das Pro-EU-Lager. Rund zehn Prozent der Wähler waren aber noch kurz vor der Entscheidung unentschlossen.

Premier Cameron will am Freitag um 10 Uhr MESZ ein offizielles Statement abgeben. Die EU-Außenminister werden ebenfalls am Freitag bei einer Sondersitzung in Luxemburg über Konsequenzen aus dem britischen Votum beraten. Am Dienstag kommen dann die EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel zu einem Gipfel zusammen.

Viele Beobachter befürchten einen Dominoeffekt im Fall einer britischen Austrittsentscheidung. Die rechtspopulistische Dänische Volkspartei (DF), die die rechtsliberale Regierung von Poul Nyrup Rasmussen im Parlament stützt, hat bereits eine entsprechende Forderung formuliert. Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen hat für den Fall ihres Wahlsieges im kommenden Jahr ein Austrittsreferendum angekündigt. Die FPÖ strebt dagegen vorerst kein "Öxit"-Referendum an, wie EU-Abgeordneter Harald Vilimsky am Dienstag sagte. Ein Austrittsreferendum solle es "nur bei einer weiteren Fehlentwicklung der EU" geben, etwa bei einer EU-Annäherung der Türkei.

(APA/dpa)