Walter Rothensteiner, Chef der Raiffeisen Zentralbank, ist zuversichtlich für die geplante Fusion mit der börsenotierten RBI.
Wien. Der Chef der Raiffeisen Zentralbank (RZB), Walter Rothensteiner, hat sich am Donnerstag zuversichtlich bezüglich des Zustandekommens der geplanten Fusion mit der börsenotierten Raiffeisenbank International (RBI) gezeigt. „Wenn ich mir nicht ziemlich sicher wäre, dann hätten wir es nicht angezettelt“, sagte Rothensteiner im Klub der Wirtschaftspublizisten.
Wenn alles so bliebe wie bisher, hätte man irgendwann wegen der jährlich steigenden Abzüge zu wenig Kapital gehabt. „Das wäre eine schlechte Option gewesen“, so Rothensteiner. Die geplante Fusion, die derzeit in beiden Instituten unabhängig voneinander geprüft werde, sei ein erster Schritt, damit die Raiffeisen Bankengruppe auch weiterhin solide dastehen könne. Flexibilität sei angesagt.
Neue Details zur geplanten Fusion, die rückwirkend per 30. Juni 2016 erfolgen soll, nannte Rothensteiner keine. „Wir können noch nicht sagen, wie es am Ende aussehen wird.“ Man sei mitten in der Ausarbeitungsphase. Ziel sei die Vereinfachung der Konzernstruktur auch angesichts erhöhter regulatorischer Anforderungen. Rothensteiner erwartet auch, dass der Nutzen des Unternehmens für die Aktionäre erhöht wird, mehr Transparenz und eine effizientere Kapitalplanung. Die neue Gruppe werde bessere Kapitalzahlen haben. Auch die Kommunikation soll einfacher werden. Bis September sollen die Aufsichtsräte entscheiden, die Firmenbucheintragung sollte im ersten Quartal 2017 erfolgen können.
„Gruppe steht solide da“
Der Raiffeisen Bankengruppe (RBG) geht es laut Rothensteiner „durchaus zufriedenstellend“. Im Vorjahr habe sie mit einer Bilanzsumme von 280 Mrd. Euro zum zehnten Mal ihre Spitzenposition unter den heimischen Bankengruppen behaupten können. 138 Mrd. Euro entfielen auf die RZB. „Die Gruppe steht nach wie vor solide da, und dabei sollte es auch bleiben.“ Durch das niedrige Zinsniveau leide zwar die Profitabilität, im derzeitigen Bereich könne man aber „noch ordentlich arbeiten“.
2015 stieg das Betriebsergebnis (vor Zinsen und Steuern) der Gruppe um 19 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Weltweit sind 73.854 Mitarbeiter in 4750 Bankstellen beschäftigt. 2014 waren es noch 77.055 Mitarbeiter in 5081 Filialen. Für den Rückgang waren vor allem die Probleme in der Ukraine verantwortlich. In Österreich sind es 24.238 Mitarbeiter in 2124 Bankstellen. (Reuters/APA)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.06.2016)