Eigentümer Johan Eliasch schießt zehn Mio. Euro ein. Bei einem Umsatzrückgang von 2,9 Prozent auf 114,4 Mio. Euro schnellte der Verlust von 9,7 Mio. auf 17,1 Mio. Euro nach oben.
Wien (eid). Sparen beim Urlaub – Sparen bei teurer Tauchausrüstung: Diese mit dem Tourismus am stärksten verknüpfte Sparte (Marke Mares) hat dem Sportartikelkonzern Head im Halbjahr eine deutliche Ausweitung des Verlustes beschert. Bei einem Umsatzrückgang von 2,9 Prozent auf 114,4 Mio. Euro schnellte der Verlust von 9,7 Mio. auf 17,1 Mio. Euro nach oben. Nicht so gut lief es auch im Wintersportsektor (Ski, Skischuhe und Bindungen), während sich bei Tennis nach jahrelangen Rückgängen ein Umsatzplus von 16,6 Prozent ergab.
Finanzvorstand Günter Hagspiel verweist auf außerordentliche Belastungen: Zwei Mio. Euro habe die Schließung der Tennisballproduktion (Marke Penn) in den USA gekostet, weitere 2,5 Mio. Euro wurden für den Anleihentausch zurückgestellt.
Das zweite Quartal zeige aber schon eine Verbesserung: Der operative Verlust wurde halbiert, der Cashflow sei mit sechs Mio. Euro positiv. „Die Richtung stimmt“, sagt Hagspiel zur „Presse“. Das vor Jahresfrist gestartete Kostensenkungsprogramm habe bereits Einsparungen von drei bis vier Mio. Euro gebracht. Kündigungen oder auch Kurzarbeit soll es laut Hagspiel nicht geben.
Ganz aus dem Schneider ist Head aber noch nicht: Weil der Umsatz im Gesamtjahr schrumpfen wird und die Barmittel zum Halbjahr nur 24 Mio. Euro ausmachen, benötigt Head einen Betriebsmittelkredit in Höhe von zehn Mio. Euro. Da die Hausbanken Erste Group und Bank Austria kein Geld geben wollten („Die Presse“ berichtete exklusiv am 13. August), schoss Head-Mehrheitseigentümer Johan Eliasch über seine Firma Carnsdale Ltd. das Geld zu.
Hedgefonds als Aktionär
Der Kredit war laut Hagspiel auch eine Bedingung, dass der Umtausch einer von „Standard & Poor's“ auf „Junk“ gestuften Anleihe, deren Kurs stark gefallen war, gelang. Der Hedgefonds Octavian Advisors, der auf den Kauf von Anleihen von Firmen mit Finanzproblemen spezialisiert ist, hat den Anleihentausch durchgeführt. Dafür erhält der Fonds nun eine Stimme im Aufsichtsrat. Mit dem Tausch reduzierte Head die Verbindlichkeiten gegenüber den Anleihengläubigern um fast 42 Mio. Euro und den Zinsaufwand um fast drei Mio. Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2009)