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Die Städter, die Schotten, die Jungen sagen Ja zur EU

Großbritannien sagt "Bye bye EU", doch ganz Großbritannien?
Großbritannien sagt "Bye bye EU", doch ganz Großbritannien?(c) APA
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Das Brexit-Referendum zeigt klare Bruchlinien in der britischen Gesellschaft. Doch es ist nicht das ganz klassische Stadt-Land-Gefälle.

Es war ein überraschend klares Nein zur EU - überraschend, weil so nicht vorhergesagt. Und dennoch: Fast die Hälfte der Briten hat für einen Verbleib in der EU gestimmt, 16.141.241 waren es insgesamt, also rund 16 Millionen Briten, das sind 48,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Wer sind die Ja-Sager, die EU-Befürworter? Wer jung, Schotte oder Londoner und gut gebildet ist, hat mit großer Wahrscheinlichkeit "Remain" gewählt.

Der Brexit war auch ein Debakel für die Meinungsforscher. Donnerstagabend war man sich einig, dass Großbritannien für einen Verbleib in der EU stimmen wird. Doch schon die ersten Ergebnisse brachten Ernüchterung, die Abstände der einzelnen Lager waren viel knapper, als gedacht.

Der Norden wollte bei der EU bleiben, der Süden war für den Brexit - überraschenderweise auch Wales. In England stimmte jede Region mehrheitlich für den EU-Austritt.

Detaillierte Aufschlüsselungen des Ergebnisses sind nur aufgrund demografischer Eckpfeiler einzelner Regionen möglich. In Gegenden mit Bewohnern mit einem höheren Bildungsgrad war die EU-Zustimmung eine höhere. Trotz Kritik an den Meinungsumfragen, eine Tendenz zeigten sie sehr wohl: Bei den Jungen steht die EU höher im Kurs. Bei der letzten YouGov-Umfrage vor dem Referendum gaben 72 Prozent der 18- bis 24-Jährigen an, für einen Verbleib in der EU stimmen zu wollen. Bei allen anderen Altersgruppen hatten die EU-Gegner die Mehrheit: je älter, desto Brexit.

Schottland will EU-Mitglied bleiben

Für Großbritannien ist eine regionale Spaltung in einer essentiellen Frage automatisch ein Problem, denn Schottland strebt schon länger die Unabhängigkeit an, ein Wunsch, der durch das Referendum neuen Nachdruck bekommt. Schottland will beim Brexit keinen gesamtbritischen Weg. Der BBC sagte die schottische Premierministerin Nicola Sturgeon: "Schottland hat klar und entschieden für den EU-Verbleib gestimmt, mit 62 zu 38 Prozent."

Nordirland hat mit 55,8 Prozent für einen Verbleib in der EU gestimmt. Das Brexit-Lager schnitt damit aber auch in diesen Regionen stärker ab als erwartet.

Ein richtiges klares "Ja" zur EU war wie erwartet auch in London zu hören. In manchen Wahlkreisen gab es mehr als 75 Prozent für einen EU-Verbleib.

(c) APA

(red.)