Börseschluss. Der Euro-Stoxx-50 stieg nun um 73,51 Einheiten oder 2,66 Prozent auf 2.832,18 Zähler.
Frankfurt am Main. Die europäischen Leitbörsen haben am Mittwoch ihre Erholungsbewegung vom Vortag fortgesetzt. Einheitlich verzeichneten sie klare Kursgewinne. Am Montag und am Freitag zuvor hatte Großbritanniens Entscheidung zu einem EU-Austritt die Börsen noch auf Talfahrt geschickt.
Der Euro-Stoxx-50 stieg nun um 73,51 Einheiten oder 2,66 Prozent auf 2.832,18 Zähler. Er liegt damit allerdings noch immer über 200 Punkte tiefer als vor dem "Brexit"-Votum.
"Die Lage an den internationalen Finanzmärkten hat sich nach Tagen hoher Nervosität und Verunsicherung deutlich entspannt", kommentierte ein Händler. Nach den schweren Kursverlusten an den Aktienbörsen würden Anleger "attraktive Einstände zu Neuengagements" nützen. Dem Analysten Jochen Stanzl von CMC Markets zufolge sollten sich die Marktteilnehmer jedoch weiter auf schwankende Kurs einstellen: "Auch wenn die Panikverkäufe erst einmal aufgehört haben, die Volatilität bleibt auf einem hohen Niveau".
Unterstützung für den Handel in Europa kam bereits vor Handelsbeginn von guten Vorgaben aus den USA und New York. Im Mittelpunkt standen jedoch weiter die Entwicklungen rund um den beschlossenen Austritt Großbritanniens aus der EU.
Nach einem Treffen mit 27 Staats- und Regierungschefs der EU betonten EU-Ratspräsident Donald Tusk und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, dass es keine Verhandlungen geben werde, solange London nicht den Austrittsantrag nach Artikel 50 gestellt habe. Großbritanniens Noch-Premierminister David Cameron hatte am Nachmittag gesagt, schon vor einem Antrag mit der EU "diskutieren" zu wollen.
Im Euro-Stoxx-50 schlossen die Anteilsscheine von Telefonica mit einem klaren Aufschlag von 6,26 Prozent an der Indexspitze. Das Unternehmen hat Pläne auf Eis gelegt, seinen Anteil am britischen Mobilfunker O2 zu verkaufen. Begründet wurde dies mit der Unsicherheit um den britischen Ausstieg aus der EU.
Daneben notierten Aktien von Energieversorgern wie E.ON (plus 4,95 Prozent), Eni (plus 4,69 Prozent) und Engie (plus 3,85 Prozent) im Spitzenfeld des Index. Bankwerte hingegen konnten ihre starken Gewinnen aus dem Frühhandel nicht vollständig halten und rutschten ins Index-Mittelfeld ab. Aber auch dort fiel das Plus noch immer recht deutlich aus, so stiegen etwa die Aktien von BBVA um 3,42 Prozent und die Titel der Societe Generale gewannen 3,56 Prozent.