Innenministerin May brachte in der ersten Wahlrunde mehr Abgeordnete der Partei hinter sich als alle ihre Rivalen zusammen.
Im Rennen um die Nachfolge des scheidenden britischen Premierministers David Cameron sind die ersten zwei von fünf Kandidaten ausgeschieden. Im ersten Wahlgang der konservativen Abgeordneten erhielt der ehemalige Verteidigungsminister Liam Fox die wenigsten Stimmen und qualifizierte sich dait nicht für die nächsten Abstimmungen.
Arbeitsminister Stephen Crabb wiederum zog seine Kandidatur nach seinem schlechten Abschneiden zurück. Crabb sagte der britischen BBC, er scheide als Kandidat für den Vorsitz bei den regierenden Konservativen aus und unterstütze nun Innenministerin Theresa May, die als Favoritin gilt.
Bei der ersten Wahlrunde der Fraktion der Konservativen hatte May 165 Stimmen erhalten. Auf den zweiten Platz kam Energie-Staatssekretärin Andrea Leadsom mit 66 Stimmen, gefolgt von Justizminister Michael Gove mit 48 Stimmen. Für Crabb stimmten 34 Tory-Abgeordnete, für Fox 16.
Bei der Suche nach einer neuen Führung haben zunächst die Tory-Abgeordneten das Sagen, später stimmen die rund 150.000 Parteimitglieder über die zwei bestplatzierten Kandidaten ab. Der Parteichef wird auch Regierungschef
Die Favoritin, die 59-jährige May, steht seit sechs Jahren an der Spitze des Innenministeriums. Sollte sie die nächste Regierungschefin werden, will May im Rahmen eines neuen Handelsabkommens mit Brüssel die Einwanderung von EU-Bürgern begrenzen. Das Votum der Briten für einen EU-Austritt sei auch eine deutliche Botschaft gegen die geltende Freizügigkeit gewesen. Gleichzeitig hat May bekräftigt, dass es keinen "Zeitraum" für den Brexit gebe. Vor dem Referendum hatte sie für einen Verbleib Großbritanniens in der EU geworben, sie spielte aber während der Kampagne keine prominente Rolle. May empfiehlt sich der zerstrittenen Partei als Figur des Ausgleichs.
Leadsom (53) gehörte zu den führenden Vertretern des "Leave"-Lagers. Der 48-jährige Gove galt im Gespann mit Brexit-Wortführer Boris Johnson als der nüchternere, intellektuellere Vertreter der "Leave"-Kampagne. Mit seiner überraschenden Kandidatur als Cameron-Nachfolger erzwang Gove den Verzicht des ehemaligen Londoner Bürgermeisters Johnson auf das Amt.
(APA/dpa)