Kreativdirektor Justin O'Shea setzt bei der Neuausrichtung des italienischen Labels mit Metal, Muskeln und Tattoos auf Selbstverwirklichung.
Vom gediegenen Herrenausstatter zu Bier, Bizeps und Tattoos. Der Imagewechsel des italienischen Labels Brioni nach der Bestellung des neuen Kreativdirektors Justin O'Shea könnte krasser nicht sein.
O'Shea, der zuvor Modedirektor des Onlineshops Mytheresa war, präsentiere jetzt im Zuge der Haute Couture Modewoche seine Männerkollektion. Schon alleine das ist ungewöhnlich, doch dabei blieb es nicht.
Den Gästen wurde Bier serviert, auf der Dose prangt schon das neue Logo der Marke, das mehr an eine Metal-Band erinnert, als an Italo-Eleganz. Und dazu passen auch die neuen Testimonials des Labels: Metallica.
Provokant männlich
O'Shea, der sich zuvor auch als Streetstyle-Größe im Dreiteiler einen Namen gemacht hat, setzt seine eigene Ästhetik komplett in der neuen Kollektion und der Gestaltung der Marke um. Und dazu gehört für den Harley-Fahrer und Boxer eben auch Muskeln, Tattoos und Heavy Metal. Ob Markt- oder Zielgruppenanalysen bei seinen Handlungen eine Rolle gespielt haben, ist dabei fraglich.
Diesen Zugang kennt man sonst eher von prominenten Capusle Collection. Rihanna designt etwa immer wieder für Puma und setzt dort ihren Geschmack in Szene, dasselbe gilt für Kanye West und Adidas. Gekauft werden die Kollektionen jedoch auch aufgrund der Bekanntheit der Designer.
O'Shead ist zwar eine prominente Größe in der Modeszene, ansonsten ist der Australier, der mit Moderedakteurin Viktoria Heilbrunner liiert ist, nicht wirklich bekannt. Und so wird sich zeigen, ob Brionis neuer Look auch bei der Käuferschicht Zustimmung findet.
(chrile)