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Hält sich Tschatajew im Irak versteckt?

(c) APA/AFP/OZAN KOSE
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Der tschetschenische Terrorist, der das Attentat auf den Istanbuler Flughafen Atatürk dirigiert haben soll, soll nahe Mossul leben.

Istanbul/Moskau/Wien. Wo ist Ahmet Tschatajew? Der 35-jährige Tschetschene, der das Attentat auf den Istanbuler Flughafen Atatürk in der vergangenen Woche mit 45 Toten dirigiert haben soll, wird regierungsnahen türkischen Medienberichten zufolge im Irak vermutet. Er soll nahe Mossul eine Gruppe von rund 200 tschetschenischen Extremisten befehligen. Neben Russisch beherrsche er gut Deutsch und rudimentär Arabisch. Zuletzt wurde Tschatajew in Syrien vermutet. Er hatte 2003 als politischer Flüchtling in Österreich Asyl erhalten und rund neun Jahre hier gelebt. Ob er hinter dem Istanbul-Attentat steckt, ist noch nicht geklärt.

Tschatajew hat sich offenbar längere Zeit unbehelligt in der Türkei aufhalten können. Unter anderem habe er in Istanbuls Viertel Başkaşehir gewohnt, auf Geheiß des selbst ernannten Kaukasus-Emirs Doku Umarow. Überhaupt soll sich Tschatajew als Vertreter Umarows in Europa verstanden und als solcher agiert haben – dazu dürfte die Rekrutierung von Kämpfern gehören. Der islamistische Terrorist Umarow starb 2013. Anschließend soll sich Tschatajew dem sogenannten Islamischen Staat (IS) angeschlossen haben.

 

Vorwurf an Österreich

In Österreich hat Tschatajew Geld für den Umarow-Vize Hussein Ghakajew gesammelt, sagte das Oberhaupt der tschetschenischen Teilrepublik, Ramsan Kadyrow. Er macht Österreich für die terroristische Karriere von Tschatajew, dem ein Arm fehlt, mitverantwortlich. Kadyrow wies darauf hin, dass Tschatajew mehrmals festgenommen wurde, ohne an Russland ausgeliefert worden zu sein.

Unter anderem hielt Schweden den mutmaßlichen Terroristen fest: Er soll Waffen in einem Auto nach Trelleborg transportiert haben. In Georgien beteiligte sich Tschatajew an Kämpfen. Seine Tochter soll er übrigens an den georgischen IS-Topmann Omar al-Shishani (eigentlich Tarchan Batiraschwili) verheiratet haben. Shishani starb im März, nachdem er bei einem Luftangriff verletzt worden war. (duö/APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2016)