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Hotellerie wehrt sich gegen Buchungsportale

Ein sonniger Tag am Samstag 07 05 2016 in Amsterdam Im Bild Die Booking com Niederlassung
Ein sonniger Tag am Samstag 07 05 2016 in Amsterdam Im Bild Die Booking com Niederlassung(c) imago/Becker&Bredel (imago stock&people)
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Die Hoteliers sind mit der Höhe der Provisionen und der Bestpreisklausel unzufrieden. Booking.com-Chef Verhoeven versteht das Vorgehen der Österreicher nicht.

In Österreich werden Buchungsplattformen immer beliebter – inzwischen wird fast jede vierte Unterkunft über Buchungsunternehmen wie Booking.com, HRS oder Expedia gebucht. Deshalb nutzen auch über 90 Prozent der österreichischen Top-Betriebe solche Dienste und bieten ihre Zimmer über Online-Portale an. Obwohl die Buchungsplattformen den Nächtigungsbetrieben vor allem viele internationale Gäste bringen, werden sie stark von Hoteliers kritisiert.

Eine besonders bekannte Buchungsplattform ist Booking.com mit einem Marktanteil von etwa 65 Prozent und nach eigenen Angaben Marktführer der Buchungsplattformen. Laut Hoteliers soll dieses Online-Portal angeblich bis zu 40 Prozent Provision verlangen. Peter Verhoeven, Chef von Booking.com in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika, stellt dies im "Kurier" in Abrede. „Im Durchschnitt liegen die Provisionen bei 11 bis 15 Prozent, abhängig von Lage und Stadt. Ich glaube nicht, dass die Vermieter so unzufrieden sind.“ Zusätzlich gibt er zu bedenken, dass „Provisionen ja auch nur fällig werden, wenn eine Buchung erfolgt.“

Einen weiteren Kritikpunkt sehen die Hotelbetreiber in der  Bestpreisklausel. Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) legte bereits nach jahrelangem Kampf Beschwerde bei der Wettbewerbsbehörde ein. Dadurch, dass sie ihre Zimmer auf ihrer eigenen Homepage nicht billiger anbieten dürfen als die jeweilige Buchungsplattform, hätten sie einen wirtschaftlichen Nachteil, so die Hoteliers.

Schluss mit Bestpreisklauseln?

In Deutschland wurde die Bestpreisklausel bereits verboten, Ende des Jahres soll auch in Österreich ein Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb in Kraft treten. Booking.com kritisiert diesen Vorgang. Verhoeven meint dazu: „Wir haben im Juli 2015 in 27 Ländern neue Regelungen vereinbart, die mehr Wettbewerb bringen. Unter anderem dürfen Hoteliers auf anderen Plattformen und telefonisch oder per E-mail billiger anbieten als bei uns.“ Booking.com vereinbarte eine Testphase bis Ende 2016. Verhoeven verstehe nicht, wieso Österreich nicht erst nach der beobachteten Testphase handle.

>> Bericht im "Kurier"

(APA/red.)