Mit Rückenwind von den internationalen Leitbörsen konnte der ATX heute viel verlorenes Terrain gut machen.
Die Wiener Börse hat am Dienstag mit massiven Gewinnen geschlossen. Der ATX stieg um 53,77 Punkte oder 2,55 Prozent auf 2.164,29 Zähler. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,65 Prozent, DAX/Frankfurt +1,43 Prozent, FTSE/London -0,03 Prozent und CAC-40/Paris +1,62 Prozent.
Der ATX konnte mit den Gewinnen von Montag und Dienstag einen Großteil der Verluste seit dem Brexit-Votum wieder aufholen. Auch an anderen Börsen ging es am Dienstag weiter nach oben. So konnten die US-Leitindizes S&P-500 und Dow Jones im Verlauf neue Rekordstände markieren. Angetrieben wurde die Rally von guten Unternehmensnachrichten und gesunkenen politischen Unsicherheiten in Japan und Großbritannien.
Der US-Konzern Alcoa hatte am Montagabend traditionell die US-Berichtssaison eröffnet. Die von dem Aluminium-Konzern gemeldeten Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis waren glimpflicher ausgefallen als von Analysten erwartet.
Shinzo Abes Konjunkturprogramm beflügelt die Fantasie
Für gute Börsenstimmung sorgte auch das von Japans Premierminister Shinzo Abe nach seinem Wahlerfolg vorgestellte Konjunkturprogramm und die Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerungen in Japan. Gut aufgenommen wurde schließlich auch der überraschend rasche Wechsel an der Spitze der britischen Regierung. Premierminister David Cameron erklärte, dass die bisherige Innenministerin Theresa May bis Mittwochabend sein Amt übernehmen wird. Für Erleichterung an den Märkten sorgte, dass in einer Phase der wirtschaftlichen Unsicherheit durch das Brexit-Votum nicht auch ein Führungsvakuum entsteht.
Stark gesucht waren in Wien vor allem die Bankwerte Erste Group (plus 6,35 Prozent auf 21,11 Euro) und Raiffeisen (plus 5,78 Prozent auf 11,35 Euro). Auch an anderen Börsen konnten Bankwerte am Dienstag sehr stark zulegen. Gute Nachfrage gab es zudem in Wienerberger (plus 3,64 Prozent auf 13,39 Euro). Die Aktie des in Großbritannien engagierten Baustoffkonzerns hatte besonders deutlich unter dem Brexit-Votum gelitten. Tagesverlierer im prime market waren Strabag mit einem Minus von 2,54 Prozent auf 26,32 Euro.
Für Impulse könnte jetzt im Wochenverlauf die US-Ergebnisberichtssaison sorgen. Mit Spannung erwartet wird auch, ob die Bank of England bei ihrer Zinsentscheidung am Donnerstag schon auf das Brexit-Votum reagiert und die Zinsen senkt. Angesichts bereits gefallener Stimmungsindikatoren halten die Analysten der Helaba eine Senkung des Basiszinses auf 0,25 Prozent für möglich, rechnen aber für diese Woche noch nicht damit.