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IS behauptet, hinter Amokfahrt in Nizza zu stecken

Themenbild aus Nizza
Themenbild aus Nizzaimago/Xinhua
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Der Angreifer sei einer der Soldaten des IS gewesen, teilte die der Terrormiliz nahestehende Nachrichtenagentur Amak mit.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist laut der Gruppe nahestehenden Kreisen für den Angriff in Nizza verantwortlich. Der Angreifer sei einer der Soldaten des IS gewesen, teilte die der Terrormiliz nahestehende Nachrichtenagentur Amak am Samstag im Internet mit. Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Nach dem Anschlag sind bereits vier Männer aus dem näheren Umfeld des Attentäters festgenommen worden, wie die Nachrichtenagentur AFP am Samstag nach Informationen aus Ermittlerkreisen berichtete. Die am Freitag festgenommene Ex-Frau des 31-jährigen Tunesiers, der am Donnerstag in der südfranzösischen Stadt mit einem Laster in eine Menschenmenge gerast war, befinde sich noch in Polizeigewahrsam. Bei dem Anschlag wurden mehr als 80 Menschen getötet und mehr als 200 schwer verletzt.

Depression und Nervenzusammenbruch?

Der Attentäter von Nizza litt nach Angaben seines Vaters unter Depressionen. Mit Religion habe sein Sohn nichts zu tun gehabt, sagte Mohamed Mondher Lahouaiej-Bouhlel der Nachrichtenagentur AFP in der Stadt Msaken im Osten Tunesiens.

Sein Sohn habe von 2002 bis 2004 "Probleme" gehabt, die zu einem "Nervenzusammenbruch" geführt hätten. Er sei dann "wütend" geworden, habe geschrien und Sachen kaputt gemacht, berichtete der Vater. Die Familie habe Mohamed Lahouaiej-Bouhlel zu einem Arzt gebracht, der ihm Medikamente gegen Depressionen verschrieben habe, berichtete der Vater. Sein Sohn sei "immer allein, immer deprimiert" gewesen, habe aber nicht darüber sprechen wollen.

Keine Verbindung zur Religion

Seit sein Sohn nach Frankreich ausgewandert sei, sei der Kontakt abgerissen, sagte der weißhaarige Mann vor seinem Haus in Msaken nahe der Hafenstadt Sousse. "Als er nach Frankreich gegangen ist, haben wir nichts mehr von ihm gehört", sagte er. Der Vater betonte, dass sein Sohn "keine Verbindungen zur Religion" gehabt habe. "Er hat nicht gebetet, er hat nicht gefastet, er hat Alkohol und sogar Drogen genommen", sagte Mohamed Mondher Lahouaiej-Bouhlel. Ein weitere Person bestätigt das Bild: "Er schlug seine Frau, also meine Cousine, er war ein Mistkerl", berichtete ein Familienmitglied am Samstag der Online-Ausgabe der britischen Zeitung "Daily Mail". "Er trank Alkohol, er aß Schweinefleisch und er nahm Drogen." Die Familie sei "entsetzt" über die Geschehnisse in Nizza.

Der 31-jährige Tunesier war am späten Donnerstagabend kurz nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag auf der Strandpromenade in Nizza mit einem Lastwagen durch eine Menschenmenge gerast. Dabei wurden mindestens 84 Menschen getötet und mehr als 200 teils lebensgefährlich verletzt, bevor Polizisten den Mann erschossen.

(APA/dpa)