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100.000 Venezolaner stürmen Supermärkte in Kolumbien

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Massenansturm an der GrenzeAPA/AFP/GEORGE CASTELLANO
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Venezuela wird von einer schweren Wirtschaftskrise erschüttert. Zahlreiche Einwohner nutzten eine vorübergehende Grenzöffnung und deckten sich mit Reis, Zucker, Mehl und Toilettenpapier ein.

Eine vorübergehende Öffnung der Grenze zu Kolumbien hat einen wahren Ansturm von Menschen aus Venezuela ausgelöst. Im Verlauf des Wochenendes passierten nach Behördenschätzung mehr als 100.000 Venezolaner den Grenzfluss, um sich vor dem Hintergrund von Venezuelas schwerer Versorgungskrise im Nachbarland mit Lebensmitteln und Arzneien einzudecken.

Kolumbiens Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas kündigte die Entsendung eines Transportkonvois in die Grenzstadt Cucuta an, um die Läden dort mit Waren aufzustocken. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro hatte am Samstag den Grenzübergang für eine befristete Zeit freigegeben. Venezolaner konnten dann mit einem Personalausweis die beiden Brücken ins Nachbarland Kolumbien überqueren. Die venezolanische Nationalgarde und Soldaten beider Staaten waren im Einsatz, um die Menschenmengen zu kanalisieren.

Lange Schlangen vor den Supermärkten in Kolumbien
Lange Schlangen vor den Supermärkten in KolumbienAPA/AFP/SCHNEYDER MENDOZA

Es fehlt an allem

Der Ansturm zeugt vom Ausmaß der Versorgungskrise in Venezuela. In dem Land sind Mittel zur Grundversorgung knapp, die Menschen beschaffen sich in Kolumbien unter anderem Reis, Zucker, Mehl, Toilettenpapier und Speiseöl. Das südamerikanische Land ist extrem abhängig von seinen Einnahmen aus dem Öl-Export. Seit dem Verfall der Ölpreise steckt Venezuela in einer massiven Wirtschaftskrise. Die Opposition macht Misswirtschaft des sozialistischen Präsidenten für die Misere verantwortlich. In Venezuela gab es wegen gravierender Versorgungsengpässe zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen.

Präsident Maduro hatte im August 2015 die Schließung der Grenze zu Kolumbien angeordnet. Am Sonntag vergangener Woche hatte er ihn zum ersten Mal freigegeben, nachdem einige Tage zuvor rund 500 Venezolaner den Grenzübertritt erzwungen hatten, um Lebensmittel zu kaufen.

 

Schwer beladen kehrt dieser Mann in sein krisengebeuteltes Land zurück.
Schwer beladen kehrt dieser Mann in sein krisengebeuteltes Land zurück.REUTERS

(APA/AFP)