SkyEurope - Geschichte eines Absturzes

People pass a SkyEurope advertising sign at Viennas international airports international airport
People pass a SkyEurope advertising sign at Viennas international airports international airport(c) REUTERS (Herwig Prammer)
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Seit Juni befand sich der Billigflieger im steilen Sturzflug. Auch internationale Investoren konnten nicht verhindern, dass Wien, Bratislava und demnächst Prag die Abfertigung verweigern. Es ist kein Geld mehr da.

SkyEurope ist pleite. Die Probleme begannen bereits Ende Juni, als sich das Unternehmen aufgrund akuter Insolvenz unter Gläubigerschutz stellte. Prügel bezog die Fluglinie auch von den Wirtschaftsprüfern. Die zuständige Firma KPMG weigerte sich, den Jahresabschluss 2007/2008 zu bestätigen. Die Prüfer sahen es als nicht gerechtfertigt, dass der Vorstand von einer Fortführung des Unternehmens ausging.

Investoren schossen Millionen zu

Ende Juli schoss der Investor Alon Shklarek mit seiner Focus Equity BV knapp 16,5 Millionen Euro an Kapital zu. Voraussetzung dafür war aber, dass die Reorganisation der SkyEurope unter dem Gläubigerschutz erfolgreich abgeschlossen wird. Auch von einem britischen Unternehmen kam ein Überbrückungskredit in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro. Die Führung von SkyEurope bekräftigte immer wieder, weitermachen zu wollen. Zuletzt hatten sogar die Mitarbeiter einer Stundung ihrer Juli-Gehälter zugestimmt, um das Unternehmen noch irgendwie retten zu können.

Wien, der Anfang vom Ende

Mitte August begann dann der Anfang vom Ende. Der Flughafen Wien hielt Maschinen des Billigfliegers fest, solange nicht Zahlungen in Millionenhöhe geleistet werden. SkyEurope ließ ein vom Flughafen gesetztes Ultimatum ungenutzt verstreichen. Das Ergebnis ist bekannt: Seit dem 15. August fertigt der Flughafen Wien keine Maschinen von SkyEurope mehr ab. Passagiere wurden mit Bussen von Wien nach Bratislava geführt, um von dort zu ihren (Urlaubs)zielen zu gelangen.

Bratislava und Prag verweigern ebenfalls

Seitdem gab es immer wieder Durchhalteparolen und Versicherungen, dass man die Probleme des Unternehmens beseitigen werde. Noch vor kurzem hieß es, der Standort Bratislava sei langfristig gesichert. Das änderte sich aber schnell. Seit 1. September sind alle SkyEurope-Flüge ab Bratislava gestrichen. Damit nicht genug: Der Prager Flughafen will es Wien gleichtun und die Abfertigung verweigern, sollte SkyEurope nicht seine ausstehenden Rechnungen begleichen. So wie es aussieht, wird SkyEurope dem wohl kaum nachkommen.

(db)

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