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Erdogan kündigt weitere Verhaftungen an

Präsident Recep Tayyip Erdogan
Präsident Recep Tayyip ErdoganREUTERS
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"Wir sind noch nicht am Ende angekommen" sagt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Seine Bereitschaft zur Wiedereinführung der Todesstrafe bekräftigt er.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Vorgehen gegen seinen Erzfeind Fethullah Gülen weitere Verhaftungen angekündigt. Es seien bereits zahlreiche Menschen in Gewahrsam genommen worden, sagte er am Mittwoch dem Sender Al Jazeera. "Wir sind aber noch nicht am Ende angekommen."

Seit dem Putschversuch vom Freitag wurden etwa 60.000 Soldaten, Polizisten, Beamte, Richter und Lehrer suspendiert oder verhaftet oder es wurden Ermittlungen gegen sie aufgenommen.

Noch sei nicht klar, wie viele Personen genau sich an dem Putschversuch beteiligt hätten, sagte Erdogan. Klar sei aber, dass es sich um eine Minderheit innerhalb des Militärs gehandelt habe. "Die terroristische Organisation hat versucht, die Minderheit dazu zu bringen, die Mehrheit zu kontrollieren." Gülen und seine Anhänger bezeichnet Erdogan oft als "terroristische Organisation".

In Richtung USA schlug Erdogan mildere Töne an. "Wir müssen feinfühliger sein", sagte er. Die Beziehung der beiden Länder sei auf Interessen aufgebaut, nicht Gefühlen. "Wir sind strategische Partner." Erdogan fordert von den USA die Auslieferung von Gülen. Der Prediger steckt seiner Ansicht nach hinter dem Aufstand.

"Auch andere Länder haben die Todesstrafe"

Erdogan hat außerdem - trotz Kritik aus der EU - seine Bereitschaft zur Wiedereinführung der Todesstrafe bekräftigt. "Die Welt ist nicht nur die Europäische Union", sagte er dem Al Jazeera am Rande einer Kabinettssitzung laut Übersetzung des Senders. In den USA, Russland, China und anderen Ländern gebe es die Todesstrafe auch.

"Seit 53 Jahren klopfen wir an die Tür der EU, und sie haben uns 53 Jahre warten lassen", kritisierte Erdogan. Wenn das türkische Parlament eine Verfassungsänderung zur Wiedereinführung der Todesstrafe beschließe, dann werde er sich dem nicht entgegenstellen. "Ich werde sie billigen."

Erdogan sprach am Rande einer laufenden Kabinettssitzung. Zuvor hatte er eine Sondersitzung des Nationalen Sicherheitsrates geleitet. Vor diesen Treffen hatte er angekündigt, bei den Sitzungen werde eine "wichtige Entscheidung" fallen. Nähere Angaben machte er auch bei seinem Interview bei Al Jazeera nicht.

(APA/Reuters)