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Bulgarien befürchtet nach Türkei-Putsch massive Flüchtlingswelle

Grenzzaun zwischen Bulgarien und Türkei.
Grenzzaun zwischen Bulgarien und Türkei.REUTERS
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Es werden nichts Gutes auf Bulgarien zukommen, sagt der Regierungschef. Die Türkei werde die Millionen Flüchtlinge im Land bald nicht mehr verpflegen können.

Nach dem gescheiterten Putschversuch und der Einführung des Ausnahmezustandes in der benachbarten Türkei schließt Bulgarien eine massive Flüchtlingsbewegung nicht aus. Diese Befürchtungen äußerte Ministerpräsident Bojko Borissow in einem Fernsehinterview am Freitag in der Früh in Sofia. Ein Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sei für den 24. August geplant.

In absehbarer Zukunft, aber auch mittelfristig, werde "nichts Gutes auf uns zukommen", zeigte sich der Regierungschef pessimistisch. "Unser südlicher Nachbar stürzt sich in eine Wirtschaftskrise und wird die rund drei Millionen Flüchtlinge wohl kaum verpflegen können", sagte Borissow. Auf der türkischen Seite der gemeinsamen Grenze sei bereits eine deutliche Flüchtlingsbewegung registriert worden.

Täglich 150 bis 200 illegale Einreiseversuche

Zudem kritisierte der Regierungschef, das Flüchtlingsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Türkei gebe es leider nur auf dem Papier, es werde nicht umgesetzt. Täglich würden bulgarische Behörden seinen Informationen nach zwischen 150 und 200 illegal eingereiste Flüchtlinge aufhalten, die aus der Türkei über Bulgarien nach Westeuropa weiterreisen wollten. "Deshalb haben wir die Grenzüberwachung zusätzlich verstärkt und sind bereit, die Grenzpatrouillen auch an der gemeinsamen Grenze mit Griechenland aufzustocken", erklärte der Regierungschef.

In dem Interview verwies Borissow zudem auf die komplizierte politische Lage im Schwarzmeerraum nach der Annexion der Krim durch Russland. Ihm zufolge nähern sich in letzter Zeit immer wieder russische Kampfjets dem bulgarischen Luftraum über dem Schwarzen Meer. Bulgarien befinde sich in einer kritischen Region, fügte der Regierungschef.

(APA)