Auto: BMW investiert eine Milliarde in Deutschland

(c) AP (Christof Stache)
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Das Ende der deutschen Verschrottungsprämie gefährdet laut Experten 90.000 Jobs.

Wien (jaz/ag.). Man dürfe seine Wurzeln nicht vergessen. Mit diesen Worten begründete der Produktionsvorstand des Autoherstellers BMW, Frank-Peter Arndt, die Ankündigung, bis 2010 im Hochlohnland Deutschland eine Milliarde Euro zu investieren. Angesichts der Krise in der Autoindustrie und der globalen Überkapazitäten ein bemerkenswerter Schritt. „Wenn wir den Hauptteil unserer Produktion nicht mehr in Deutschland hätten, dann würde unserem Image etwas fehlen“, so Arndt. Profiteur dürfte auch das BMW-Motorenwerk in Steyr sein. Zwar sind dort keine direkten Investitionen geplant, Steyr hängt aber maßgeblich an den bayerischen Autowerken.

In weiterer Zukunft werde das Wachstum jedoch kaum noch in Europa stattfinden, sagt Arndt. Daher dürften künftige Investitionen vor allem in Amerika und Asien erfolgen. Zurzeit sei jedoch nichts geplant. Trotz der Investitionen wird BMW weiterhin Personal abbauen. So sollen durch natürliche Fluktuation heuer rund 1000 der etwa 98.000 Mitarbeiter den Konzern verlassen. Nach Ansicht von Experten muss sich die deutsche Autobranche auf einen Abbau von 90.000 Jobs gefasst machen. Vor allem Händler seien nach dem Auslaufen der Verschrottungsprämie nun vom Zusperren bedroht.

Opel-Angebot als „Werbegag“

Das neue Angebot des Opel-Investors RHJ – statt 3,8 wolle man nur noch 3,2 Mrd. Euro an Staatshilfen – wurde vom Opel-Betriebsrat indessen als „Werbegag“ bezeichnet. Auch die deutsche Bundesregierung bekräftigte ihre Vorliebe für Magna.

Abgeschlossen ist jedoch der Einstieg des Emirats Katar beim Sportwagenhersteller Porsche. Das arabische Emirat besitzt nun zehn Prozent des Unternehmens. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2009)

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