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„Geld effizient einsetzen“

Claudia Wild über Sinn und Unsinn von Impfungen.

Wien (awe). Das Wiener Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment kritisiert die Panikmache im Umgang mit der Neuen Grippe. Institutsleiterin Claudia Wild erklärt, warum.

Die Presse:Wie gefährlich ist die Neue Grippe wirklich?
Claudia Wild:
Das kann seriös niemand sagen. Belegbar ist, dass die Bedrohung überzogen dargestellt wird und man von den Maßnahmen nicht weiß, wie sie wirken.

Zum Beispiel?
Wild: Der Sinn von kostspieligen Impfaktionen ist zu hinterfragen. In den USA sind 65 Prozent der Bevölkerung gegen die saisonale Grippe geimpft. In Österreich sind es 20Prozent. Trotzdem sterben hierzulande auf die Bevölkerungszahl umgelegt nicht mehr Menschen an der Grippe als in den USA.

Der Hype um die Neue Grippe ist also nur Panikmache?
Wild: Nicht ausschließlich. Vorsicht ist geboten, weil man nie weiß, ob das Virus mutiert und so wirklich gefährlich wird. Aber man weiß es eben nicht. Deshalb Millionen für Medikamente und Impfdosen auszugeben ist unangemessen.

Die Pharmaindustrie sagt, ein Menschenleben sei nicht mit Geld aufzuwiegen.
Wild: Das ist es auch nicht. Ich bin nur der Meinung, dass die begrenzten Ressourcen im Gesundheitssystem möglichst effizient eingesetzt werden sollten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2009)

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