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Papst: "Absurde Gewalttat", Premier Valls: "Horror"

(c) APA/AFP/GABRIEL BOUYS (GABRIEL BOUYS)
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Der Vatikan verurteilt das Blutbad an einem heiligen Ort. Der Erzbischof von Rouen ruft zum Gebet auf. Auch österreichische Politiker sind entsetzt.

Der Papst hat nach der tödlichen Geiselnahme in einer Kirche in Saint-Etienne-du-Rouvray in der Normandie bei Rouen die "absurde Gewalttat" verurteilt. Dies betonte der vatikanische Pressesprecher Federico Lombardi in einer Aussendung.

Der Papst habe seine radikalste Verurteilung jeglicher Form von Hass ausgedrückt und bete für die betroffenen Personen, sagte Lombardi. "Wir sind von dieser Tat besonders beeindruckt, weil sie in einer Kirche verübt worden ist, einem heiligen Ort, in dem die Liebe Gottes verkündet wird. Wir sind der Kirche in Frankreich, der Erzdiözese von Rouen, der betroffenen Gemeinschaft und dem französischen Volk nahe", schrieb Lombardi.

Die Geiselnahme in Frankreich sei eine "neue schreckliche Nachricht" nach einer Serie von Gewalttaten, welche die Welt erschüttert und tiefes Leid sowie Sorge verursacht haben. "Wir verfolgen die Situation und warten auf weitere Information, um besser begreifen zu können, was sich abgespielt hat", berichtete Lombardi.

"Nicht den Mut verlieren"

Der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, rief nach der Gewalttat zum Gebet auf. "Die katholische Kirche kann keine anderen Waffen ergreifen als das Gebet und die Brüderlichkeit unter den Menschen", sagte Lebrun der katholischen Zeitung "Famillle Chretienne". Er berichtete, dass ihn die Nachricht erreicht habe, als er gemeinsam mit jugendlichen Gläubigen das Grab des unter dem kommunistischen Regime in Polen ermordeten Priesters Jerzy Popielusko besucht habe. Die Teilnehmer des Weltjugendtages in Krakau forderte er auf, "angesichts der Gewalt nicht den Mut zu verlieren und zu Aposteln einer Zivilisation der Liebe zu werden.

Auch Frankreichs Premierminister Manuel Valls hat die tödliche Geiselnahme in der Kirche scharf verurteilt. "Horror angesichts der barbarischen Attacke auf eine Kirche (...). Ganz Frankreich und alle Katholiken sind verletzt worden. Wir stehen zusammen", erklärte Valls am Dienstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy erklärte: "Das ist ein Krieg. Und wir haben keine andere Wahl, als diesen zu führen und zu gewinnen."

Kern: "Bestialische Tat"

Auch österreichische Politiker reagierten entsetzt: Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) zeigte sich "erschüttert über die bestialische Tat". Er übte gleichzeitig indirekte Kritik an der Ansicht, der derzeitige Terrorismus in Europa hänge mit der Flüchtlingskrise zusammen. Vielmehr gehe dieser über die "unmittelbare Zuwanderung in Syrien" hinaus. Seiner Ansicht nach müsste eher "auf der Ebene der Integration eine Diskussion" gestartet werden, sagte Kern nach einem Treffen mit dem ungarischen Premier Viktor Orban in Budapest.

Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) erklärte "volle Solidarität mit Frankreich" und betonte, dass Europa nun "mehr denn je gemeinsam gegen den internationalen Terrorismus kämpfen" müsse, wie er am Dienstag via Facebook und Twitter mitteilte.

Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) zeigte sich angesichts der "barbarischen Attacke" "entsetzt". Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) sprach von einem "Anschlag auf die Religionsfreiheit und die Bevölkerung, die den katholischen Glauben lebt", wie er der APA in einem Statement mitteilte.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache führte den Anschlag in einem Statement auf Facebook auf die "völlig verantwortungslosen Zuwanderungs- und Willkommenspolitik" zurück.

(APA/dpa)