GM will angeblich Milliarden in Opel investieren

ARCHIV - Das Opel-Logo spiegelt sich am 7. August 2009 unter dem Opel-Blitz auf einem Auto vor dem Op
ARCHIV - Das Opel-Logo spiegelt sich am 7. August 2009 unter dem Opel-Blitz auf einem Auto vor dem Op(c) AP (Frank Augstein)
  • Drucken

Das Verhalten von General Motors rund um den Verkauf von Opel wird immer undurchsichtiger. Nun gibt es Gerüchte, dass GM Opel behalten könnte.

Die Lage um den deutschen Autobauer Opel wird immer undurchsichtiger. Die Opel-Mutter General Motors (GM) ist nun angeblich bereit, mehr als 1 Mrd. Dollar in den deutschen Autohersteller zu investieren. Das berichtete das "Wall Street Journal".

Ein solches Vorgehen könnte die Karten gänzlich neu mischen und wäre eine drastische Abkehr von der bisher bekannten GM-Position: Es galt als ausgeschlossen, dass der nach der Insolvenz vom US-Staat kontrollierte Konzern amerikanische Steuergelder ins Ausland pumpen würde. Die Wendung könnte auch die Spekulationen befeuern, GM spiele mit dem Gedanken, Opel doch noch zu behalten. Zudem sehe GM als eine Option, Opel in die Insolvenz gehen zu lassen, hieß es.

Geldsammlung

Außerdem geht GM dem Bericht zufolge davon aus, bei den Regierungen Spaniens, Großbritanniens und Polens rund 1 Mrd. Euro an Unterstützung für Opel einsammeln zu können. Diese Länder mit Opel-Standorten hatten sich unzufrieden mit einseitigen deutschen Finanzierungszusagen für den Autozulieferer Magna gezeigt, der Berlins Favorit für die Opel-Übernahme ist. Sie befürchten, dass die Werke in ihren Ländern stärker von Sparmaßnahmen betroffen sein könnten als die deutschen.

GM favorisierte bisher den in Belgien ansässigen Finanzinvestor RHJ International als Opel-Käufer. RHJ genießt jedoch nicht die Unterstützung der deutschen Bundesregierung. Im August hatte der GM-Verwaltungsrat eine Entscheidung über den Opel-Verkauf aufgeschoben, obwohl sich Konzernchef Fritz Henderson wie die Deutschen für Magna ausgesprochen hatte. GM glaube, dass die Bundesregierung überzeugt werden könne, Alternativen zur Übernahme durch Magna zu unterstützen, so das "Wall Street Journal".

"Führungslosigkeit"

Der Chef der deutschen Unions-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (CDU), hat GM Führungslosigkeit im Ringen um Opel vorgeworfen. "Wenn ich jetzt erlebe, wie führungslos General Motors um eine Entscheidung für einen Opel-Investor ringt, traue ich dem Unternehmen überhaupt nicht mehr zu, vernünftige Autos zu bauen", sagte Kauder dem "Handelsblatt" vom Donnerstag. "Denen traue ich auch nicht zu, eine Firma wie Opel voranzubringen."

Sollte sich der Konzern doch gegen einen Verkauf von Opel entscheiden, muss General Motors nach Kauders Einschätzung die Brückenfinanzierung in Höhe von 1,5 Mrd. Euro zurückzahlen. Die GM-Führung müsse die vor wenigen Monaten getroffene Vereinbarung einhalten und mit Magna einen Vertrag aushandeln.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.