Kein guter Tag für Europas Börsen

Ein stärker werdender Euro, teils schlechte Unternehmenszahlen und Gewinnmitnahmen bei jenen Aktien, die zuletzt gut gelaufen waren, drückten in ganz Europa die Kurse.

Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 33,38 Einheiten oder 1,11 Prozent auf 2.966,10 Zähler.

Nach einigen Tagen mit Aufschlägen nahmen Anleger am Donnerstag Gewinne mit, hieß es von Marktbeobachtern zur Begründung für die schwächere Tendenz. Zudem belastete der fester tendierende Euro. Für Bewegung unter den Einzelwerten sorgte eine ganze Flut an Unternehmenszahlen. Die veröffentlichten Konjunkturdaten lieferten hingegen keine nennenswerten Impulse.

Danone im Aufwind

Zu den größten Gewinnern im Euro-Stoxx-50 zählten Danone mit plus 3,39 Prozent. Der Lebensmittelkonzern hat sich mit Preiserhöhungen erfolgreich gegen sinkende Verkaufsmengen behauptet. Der bereinigte operative Gewinn kletterte im ersten Halbjahr um 7 Prozent auf 1,48 Milliarden Euro. Analysten hatten hier mit etwas weniger gerechnet.

Am unteren Index-Ende fanden sich hingegen Telefonica mit einem Abschlag von 4,52 Prozent. Schwache Geschäfte in Deutschland, Großbritannien und der starke Euro drücken auf das Ergebnis des spanischen Telekomkonzerns. Europas größter Handelskonzern Carrefour hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient. Die Aktien rutschten sogar 5,49 Prozent ins Minus.

Shell und Total leiden unterm Ölpreis

Der niedrige Ölpreis hat die Gewinne der Branchengrößen Shell und Total geschmälert. Shell verdiente unter dem Strich im zweiten Quartal mit einer Milliarde Dollar 70 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der bereinigte Nettogewinn des französischen Rivalen Total fiel mit 2,2 Mrd. Dollar um 30 Prozent niedriger aus. Während Shell die Erwartungen von Analysten erheblich verfehlte, lag Total darüber. Total-Aktien schwächten sich leicht um 0,47 Prozent ab, während Shell-Papiere deutliche 3,74 Prozent abrutschten.

Die Abgas-Affäre kostet Europas größten Autobauer Volkswagen auch im ersten Halbjahr 2016 merklich Gewinnkraft. Unter dem Strich sackte das Konzernergebnis aus den ersten sechs Monaten um 38 Prozent ab. VW Vorzüge reagierten mit minus 3,13 Prozent.

Verluste quer durch die Branchen

In Paris bremsten Renault-Aktien um 4,34 Prozent. Die Erholung auf dem europäischen Automarkt und der Erfolg überarbeiteter Fahrzeugmodelle haben Renault einen Gewinnsprung im ersten Halbjahr beschert.

Aktien von BNP Paribas gaben um 1,48 Prozent nach. Die französische Großbank lässt sich von den niedrigen Zinsen und den Unsicherheiten an den Kapitalmärkten kaum bremsen.

In Frankfurt zogen Aktien von Adidas 2,53 Prozent an. Der Sportartikelkonzern stockte nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal seine Jahresprognose auf.

In Zürich mussten die Aktien der Credit Suisse nach Ergebnisvorlage ein Minus von gut fünf Prozent verdauen. Logitech kletterten hingegen um 13,6 Prozent nach oben. Der Hersteller von Computerzubehör legte bei den Verkäufen das größte Quartalswachstum in fünf Jahren hin.

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