Zwar hat sich der ATX von seinem bisherigen Tageshoch wieder ein wenig entfernt, dennoch notierte der Fließhandelsindex in einem freundlichen europäischen Umfeld weiterhin deutlich in der Gewinnzone.
Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, am Nachmittag bei moderatem Volumen mit fester Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2.452,69 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 25,2 Punkten bzw. 1,04 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +1,38 Prozent, FTSE/London +1,28 Prozent und CAC-40/Paris +0,87 Prozent.
Zwar hat sich der ATX von seinem bisherigen Tageshoch wieder ein wenig entfernt, dennoch notierte der Fließhandelsindex in einem freundlichen europäischen Umfeld weiterhin deutlich in der Gewinnzone. In einem nachrichtenarmen Handel brachten lediglich die Daten vom US-Arbeitsmarkt Impulse, die für den Wiener Aktienmarkt allerdings nur kurzfristig negativ ausfielen. So ist die Arbeitslosenquote im August auf 9,7 Prozent von 9,4 Prozent im Juli angestiegen. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 9,5 Prozent gerechnet.
Vor allem starke Bankenwerte konnten den Leitindex nach oben ziehen. Erste Group gewannen 3,39 Prozent auf 28,68 Euro und Raiffeisen International stiegen um 1,41 Prozent auf 34,50 Euro. Die Nationalbank (OeNB) sieht indessen bei den heimischen Geldinstituten im Jahr 2009 den Wertberichtigungsbedarf deutlich ansteigen. Der von den Banken berichtete Wertberichtigungsaufwand betrage 3,46 Mrd. Euro und demnach um rund 500 Mio. Euro oder 17 Prozent mehr als am Ende des ersten Quartals (2,96 Mrd. Euro).
Neuigkeiten gab es beim oberösterreichische Motorradhersteller KTM Power Sports. Der Konzern will die im Mai eingeführte Kurzarbeit früher als geplant wieder beenden und ab Mitte September wieder zur Normalarbeitszeit zurückkehren. Für Herbst liege eine gute Auftragslage vor, die Händler-Lagerbestände seien schneller als erwartet abgebaut worden, hieß es. KTM stiegen um 2,78 Prpozent auf 18,50 Euro.
Unter den fünf stärksten Werten an der Wiener Börse befanden sich vier Immobilientitel. ECO Business (plus 5,60 Prozent auf 4,34 Euro), Sparkassen Immo (plus 4,27 Prozent auf 4,88 Euro), Immoeast (plus 3,90 Prozent auf 3,46 Euro) sowie Immofinanz (plus 3,74 Prozent auf 2,22 Euro) zählten zu den klaren Gewinnern. "Das ist möglicherweise ein Segment des Marktes das noch Aufholpotenzial hat", erklärte ein Händler das Kursplus.
Nach einem Teilerfolg in einem Rechtsstreit der mazedonischen Tochter konnten die Papiere des niederösterreichischen Versorgers EVN um 0,29 Prozent auf 13,88 Euro zulegen. Bei dem Verfahren ging es um die Begleichung von unbezahlten Rechnungen der EVN Macedonia aus der Zeit zwischen 1995 und 2004. Die EVN hätte demnach Altschulden des 2006 übernommenen Stromversorgers ESM übernehmen sollen.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach 11.00 Uhr bei 2.469,52 Punkten, das Tagestief lag zu Sitzungsbeginn bei 2.427,49 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 1,14 Prozent bei 1.148,73 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 31 Titel mit höheren Kursen, 14 mit tieferen und vier unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 5.647.702 (Vortag: 5.594.005) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 114,32 (132,52) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Wienerberger mit 444.162 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 13,90 Mio. Euro entspricht.
(APA)