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Steirischer Landmaschinenhersteller Vogel & Noot insolvent

Vogel & Noot insolvent(c) Vogel & Noot

110 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen. Die Passiva des Unternehmens betragen rund 17 Millionen Euro.

Die obersteirische Vogel & Noot Landmaschinen GmbH & Co KG ist laut den Kreditschützern insolvent. Am Handelsgericht Leoben wurde am Mittwoch ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Betroffen sind rund 110 Dienstnehmer, über die Zahl der Gläubiger gehen die Angaben auseinander. Auch die Höhe der Aktiva ist unklar. Die Passiva betragen rund 17,7 Mio. Euro. Angestrebt wird jedenfalls eine Weiterführung mit einem reduzierten Personalstand von 80 Dienstnehmern. 

Die Insolvenzursachen sollen laut AKV und KSV in einer rückläufigen Auftragslage, Absatzschwierigkeiten vor allem in den ausländischen Märkten und den Schwierigkeiten bei der Restrukturierung der bestehenden Finanzierung liegen. Insbesondere hätten Finanzierungsbeschränkungen durch die EU-Sanktionen gegenüber Russland eine Rolle gespielt.

Knapp vier Millionen Verlust

Vogel & Noot ist einer der traditionsreichsten Arbeitgeber im Mürztal, die Firma wurde 1872 gegründet. Seit 2003,  als die Bereiche Technologie und Verpackung veräußert wurden, ist man nur mehr im Bereich der Landmaschinen tätig. Die Produktion war in den vergangenen Jahren schrittweise ins Ausland verlagert worden. Nach eigenen Angaben ist die Firma Vogel & Noot Landmaschinen der größte Pflughersteller in der EU.

Die 108 Dienstnehmer erreichten zuletzt Jahresumsätze von 58 Mio. Euro. In der Bilanz 2014 betrug der Verlust bereits 3,85 Mio. Euro, dazu Verbindlichkeiten von rund 22,1 Mio. Euro plus Rückstellungen in einer Größenordnung von rund 3,4 Mio. Euro, so der AKV.

Den Mitarbeitern wurde seit Juni kein Lohn mehr ausbezahlt werden, so dass nicht nur die Juni- und Juli-Gehälter, sondern auch das Urlaubsgeld offen ist. Auf Bankverbindlichkeiten sollen alleine rund 13,2 Mio. Euro entfallen.

Weiterführung angestrebt

Die Gesellschaftsanteile an den ungarischen Tochtergesellschaften sollen verkauft werden. Zudem soll die Konzernobergesellschaft M&IG Machinery & Industrial Group Europe GmbH finanzielle Zuschüsse leisten.

Angestrebt wird eine Weiterführung des Unternehmens bei einer Personalreduktion auf rund 80 Mitarbeiter. Das österreichische Unternehmen soll aber zentrale Stelle für Vertrieb, Forschung und Entwicklung bleiben. Man will sich laut KSV auf Produktion und Vertrieb von Verschleiß- und Ersatzteilen konzentrieren. Zum Sanierungsverwalter wurde der Grazer Rechtsanwalt Alexander Isola bestellt.

(APA)