Wertberichtigungen dürften heuer aber höher ausfallen, als bisher erwartet. Konkret stiegen die Betriebserträge um 4,8 Prozent auf 8,77 Mrd. Euro.
Wien (b.l./APA). Im ersten Halbjahr haben Österreichs Geldinstitute gut verdient: Das (unkonsolidierte) Betriebsergebnis ist von Jänner bis Juni um 16,2 Prozent auf 3,33 Mrd. Euro gestiegen. Das geht aus einer Aussendung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervor. Konkret gingen die Betriebsaufwendungen um 1,2 Prozent auf 5,44 Mrd. Euro zurück, die Betriebserträge stiegen um 4,8 Prozent auf 8,77 Mrd. Euro. Die Cost-Income-Ratio (Verhältnis von Kosten zu Einnahmen) verbesserte sich auf 62 Prozent, den niedrigsten Wert der letzten Jahre. Der Anstieg des Betriebsergebnisses ist laut OeNB auf die Zuwächse einiger weniger Großbanken zurückzuführen.
Steigerungen verzeichneten die Banken beim Nettozinsertrag (Zinserträge minus Zinsaufwendungen): Dieser macht die Hälfte des Betriebsertrags aus. Ein Fünftel entfiel auf das Provisionsgeschäft, das rückläufig war, 17 Prozent auf das Wertpapiergeschäft.
Für das Gesamtjahr rechnen die Banken mit einem Betriebsergebnis von 6,21 Mrd. Euro. Das ist um 5,4 Prozent mehr, als sie Ende des ersten Quartals erwartet haben. Doch rechnen sie mit Wertberichtigungen in Höhe von 3,46 Mrd. Euro. Vor drei Monaten waren sie noch von deutlich weniger (2,96 Mrd. Euro) ausgegangen. Der größte Teil der Wertberichtigungen (3,01 Mrd. Euro) soll im Kreditbereich erfolgen, der Rest bei Wertpapieren. Im Vorjahr betrugen die Wertberichtigungen 6,7 Mrd. Euro, im Jahr 2007 1,6 Mrd. Euro.
Weniger Gewinn erwartet
Die Banken haben nun ihre Gewinnerwartungen heruntergeschraubt. Sie rechnen mit einem Jahresüberschuss von 2,53 Mrd. Euro, um sieben Prozent weniger, als sie noch im März angenommen haben. Im Vorjahr hatten sie einen Jahresüberschuss von 2,2 Mrd. Euro erzielt, 2007 waren es 4,8 Mrd. Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2009)