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Goldpreisschub

Goldbarren
(c) BilderBox (BilderBox.com / Erwin Wodicka)
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Welche Minenaktie vom jüngsten Goldpreisschub besonders profitiert und welche deutschen Nebenwerte interessant sind.

Der Goldpreis ist in der Vorwoche ein wenig aus seiner Lethargie erwacht und hat sich wieder einmal in Richtung 1000-Dollar-Schwelle aufgemacht. Diesmal, meinen Marktbeobachter, könnte er diese zumindest vorübergehend durchbrechen und durchaus auch auf 1200 oder 1300 Dollar klettern.

Eine schöne Gelegenheit, daran ein wenig mitzunaschen. Allerdings nicht mit physischem Gold: Das eignet sich für kurz- und mittelfristige Spekulation schon allein wegen der irren Spreads zwischen An- und Verkaufspreis so ganz und gar nicht.

Besser handelbar (und wesentlich spesengünstiger) sind da schon Goldminenaktien. Die reagieren meist recht sensibel auf den Goldpreis. Es gibt aber auch einige, denen Experten ganz ohne große Goldpreisbewegungen einiges an Kurspotenzial zutrauen.

Wer so etwas sucht, könnte beispielsweise auf das Papier des an der New Yorker AMEX (American Stock Exchange) notierten kanadischen Goldproduzenten Rubicon Minerals (ISIN CA7809111031) stoßen. Das Papier hat durchaus das Zeug zum Highflyer. Leider ist die Aktie schon unmittelbar nach dem beginnenden Goldpreisanstieg am Donnerstag ordentlich (um fast 30 Prozent) abgefahren. Es gibt aber immer noch genügend Luft nach oben. Die Kursziele der Analysten liegen bei vier Dollar und höher. Und in diesen schon vor dem jüngsten Goldpreisschub erstellten Analysen ist die überraschende Preisentwicklung der vergangenen Tage ja noch nicht enthalten.

Rubicon Minerals hat aber noch eine zusätzliche Kursstütze: Gerüchtehalber denkt der Minenkonzern U.S. Gold Corp, der bereits einen Viertelanteil an Rubicon hält, daran, deutlich aufzustocken oder den im westkanadischen Vancouver angesiedelten Konzern gleich ganz zu übernehmen. So etwas hat Aktienkursen noch selten geschadet.

Wer etwas näher investieren will: In Deutschland ist aus dem DAX zwar etwas die Luft heraußen, aber im weiten Feld der Nebenwerte sind noch einige Blüten zu pflücken. Zum Beispiel die BiotechaktieEvotec(ISIN DE0005664809), eine teilweise österreichische Erfolgsstory: Der Wiener Werner Lanthaler, der aus der Industriellenvereinigung als Finanzchef in das in Wien notierte Biotech-Start-up Intercell gewechselt war, übernahm im Frühjahr den Vorstandsvorsitz im damals ziemlich maroden deutschen Unternehmen – und legte einen ziemlich beeindruckenden Sanierungs-Turnaround hin. Das zeigt sich auch im Aktienkurs, der sich ab Juni fast verdreifacht hatte, bevor er in der Vorwoche zurückfiel. Der (charttechnisch erwartbare) Rücksetzer bietet eine günstige Gelegenheit, am wahrscheinlichen weiteren Aufwärtskurs des noch in der Sanierungsphase steckenden Biotechunternehmens teilzuhaben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Dow Jones hat Lanthaler die etwas zerfledderte Wirkstoffentwicklung aus Kostengründen stark zusammengestrichen und konzentriert sich nun auf drei besonders vielversprechende Entwicklungen (unter anderem einen Wirkstoff gegen Arthritis). Mit dem Pharmariesen Roche wurde eine Entwicklungspartnerschaft abgeschlossen, die zu beträchtlichen Geldflüssen führen könnte. Das Unternehmen wird heuer zwar noch (einen gegenüber dem Vorjahr halbierten) Verlust aufweisen, aber die Ampeln stehen vorerst einmal auf Grün.

Die Manager des Unternehmens scheinen jedenfalls daran zu glauben: Die Liste der meldepflichtigen Insiderkäufe von Evotec-Aktien durch das Management ist in den vergangenen Wochen ziemlich lang geworden.

Etwas weniger im Hochinnovationsbereich angesiedelt ist die letzte Empfehlung für heute. Dafür bietet sie den Beweis, dass der Handel mit „Tand“ keine Krise kennt: Die Kurskurve der börsenotierten Modeschmuckkette Bijou Brigitte(ISIN DE0005229504) zeigt seit März ziemlich steil nach oben. Der Modeschmuckhändler hat soeben recht gute Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt, was einige Analysten zu Kaufempfehlungen bewogen hat. Bei SES Research beispielsweise heißt es, wegen der soliden Bilanz und der hohen finanziellen Flexibilität werde Bijou Brigitte schon bei den ersten Zeichen einer Nachfrageverbesserung stark profitieren. Die Aktie (Kursziel 130) sei deshalb trotz der jüngsten Kurssteigerungen ein gutes Investment.

josef.urschitz@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2009)