Fatimah Warner vulgo Noname, geboren 1991 in Chicago, gehört zum Umfeld von Chance The Rapper. Kürzlich ist ihr erstes Mixtape namens „Telefone“ erschienen.
Noname: „Diddy Bop“. Wer in den Neunzigerjahren wirklich sehr jung war, ist heute nicht mehr blutjung – und geneigt, dieses Jahrzehnt durch eine vielleicht nicht rosarote, aber, sagen wir, orangefarbene Brille zu sehen. Wie die Rapperin, die sich Noname nennt und in diesem spätsommerlichen, fröhlichen, nur ganz leicht wehmütigen Track ihre Nineties beschreibt: damals, als sie mit Puff Daddy den Diddy Bop tanzte, B2K hörte, Eis auf ihre Fubu-T-Shirts patzte, ihrer Mutter einen Zwanziger stahl und daheim sein musste, bevor die Straßenlaternen angingen. Das klingt ein bisschen nach den Fugees (die in den Neunzigern groß waren); im Refrain singt Cam O'Bi zu einer herzergreifenden Melodie herzergreifende Zeilen wie „This sounds like every place I would go“. Dann kommt noch Kollege Raury: „I am not a star, I am a meteor on a crash towards the earth“, erklärt er, und in diesem feinen Retro-Track nimmt man ihm das sogar ab.
Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Philipp L'Heritier (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.08.2016)