62 Prozent befinden sich in privaten Unterkünften.
Wien. Afghanistan (5400 Menschen), Syrien (5200), Irak (2700), Russland (1400), Iran (1000): So sieht die Liste der Herkunftsländer jener aus, deren Asylverfahren noch läuft und die in Wien ein Quartier erhalten haben. 20.400 Flüchtlinge sind es, die sich derzeit in der Grundversorgung befinden. Die Bundeshauptstadt gibt (bei dafür für heuer rund 104 Millionen Euro budgetierten Ausgaben) knapp jedem Vierten der österreichweit 83.600 Menschen ein Quartier.
Die Zusammensetzung der Unterkünfte hat sich zuletzt deutlich geändert. 62 Prozent – in absoluten Zahlen mehr als 12.000 Flüchtlinge – sind mittlerweile in Privatquartieren untergebracht. Noch vor einem halben Jahr hat diese Quote erst 45 Prozent ausgemacht. Laut Büro des Flüchtlingskoordinators, Peter Hacker, ist der Rest mit von der Stadt organisierten Quartieren versorgt: 80 fixe Unterkünfte und 20 Notquartiere.
Hacker will nach eigenen Angaben den Anteil der privaten Unterbringung bis Ende des heurigen Jahres noch auf 65 bis 70 Prozent heben – ein nicht unrealistisch anmutendes Ziel. Denn vor der großen Fluchtbewegung 2015 sei man bei einer entsprechenden Quote von 80 Prozent gelegen. Hacker: „Das war sensationell.“
857 Minderjährige ohne Eltern
Unter den Flüchtlingen leben derzeit in Wien 857 unbegleitete Minderjährige – 113 davon sind unter 14 Jahre alt.
Erhalten Flüchtlinge einen positiven Asylbescheid haben sie Anspruch auf Mindestsicherung, genauso wie die, die trotz negativen Bescheids nicht in ihre Heimat gebracht werden können. 17,4 Prozent aller Bezieher fallen in diese beiden Gruppen. (red./APA)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2016)