GM verschiebt Opel-Entscheidung erneut

ARCHIV - Ein Wegweiser vor der Opel-Zentrale in Ruesselsheim, aufgenommen am 30. Mai 2009. Im Ringen
ARCHIV - Ein Wegweiser vor der Opel-Zentrale in Ruesselsheim, aufgenommen am 30. Mai 2009. Im Ringen (c) AP (Michael Probst)
  • Drucken

Die Zeichen, dass General Motors Opel behalten und damit selber sanieren will, mehren sich. Das Konzept von Bieter Magna dürfte nicht angenommen werden.

Kein Ende im Tauziehen um Opel: Der Verwaltungsrat des früheren Mutterkonzerns General Motors (GM) will die Entscheidung über Opel einem Pressebericht zufolge erneut verschieben. Frühestens Anfang Oktober solle wegen notwendiger weiterer Prüfungen eine Entscheidung fallen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine mit den GM-Plänen vertraute Person. GM wolle den deutschen Autobauer mit Finanzmitteln aus den USA sowie der Hilfe einiger EU-Staaten sanieren. Der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sagte vor der Sitzung, er hoffe auf "eine klare Ansage" vom GM-Verwaltungsrat. 

"Es wäre wünschenswert, wenn General Motors vor der IAA eine klare Orientierung geben würde", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) beginnt am 17. September. "Die Bundesregierung hat ihre Verhandlungsposition gemeinsam mit den Bundesländern und der Opel-Arbeitnehmervertretung entwickelt. Wir sehen derzeit keine bessere Alternative zum Konzept der Magna-Gruppe", unterstrich er.

Entscheidung erst im Oktober

In Unternehmenskreisen bei GM hieß es nach Angaben des "Handelsblattes", es müssten noch zahlreiche Diskussionen und Debatten geführt werden. Wegen weiterer Prüfnotwendigkeiten werde eine Entscheidung erst Anfang Oktober fallen können, zitiert die Zeitung aus Unternehmenskreisen. Außerdem werde sich der Verwaltungsrat, der am Dienstag zusammentreffen soll, ohnedies erst am Mittwoch mit der Zukunft von Opel befassen.

Im Bieterrennen sind noch der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJI. Laut "Handelsblatt" sieht man aber inzwischen auch innerhalb der deutschen Regierung kaum mehr Chancen, dass sich der Verwaltungsrat für einen Einstieg von Magna zusammen mit der russischen Sberbank aussprechen könnte. Die Signale gegen das Sanierungskonzept von Magna verdichten sich, hieß es dem Bericht zufolge in Regierungskreisen. Der Zulieferer wird vom Bund, den Bundesländern mit Opel-Standorten, dem Opel-Betriebsrat und auch den Opel-Händlern und dem Management in Rüsselsheim als Investor bevorzugt.

Opel soll bei GM bleiben

Nach Informationen des "Handelsblatts" aus Regierungskreisen hat GM jedoch in den jüngsten Gesprächen mit Vertretern der Berliner Regierung klargemacht, dass der Verwaltungsrat einem Verbleib von Opel im eigenen Konzern klar den Vorzug gebe. Ein Magna-Einstieg sei demnach nur die dritte und letzte aller möglichen Lösungsvarianten. Zwar gilt die Entscheidung des prominent besetzten Verwaltungsrates als richtungsweisend, das letzte Wort hat jedoch die Opel-Treuhand, in der Bund, Länder und GM sitzen.

Der Opel-Betriebsrat ging dagegen vor der Sitzung des 13-köpfigen Gremiums von einem Zuschlag für Magna aus. "Wenn nach rationellen und logischen Argumenten gewichtet wird, muss Magna den Zuschlag bekommen", hatte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz gesagt. Berichte, wonach der Verwaltungsrat gegen einen Verkauf von Opel stimmen werde, wies er als gezielt gestreute Falschmeldungen zurück.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.