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Thailand: Bomben in Hua Hin und auf Phuket entdeckt

Ein Verkäufer startet zwei Tage nach elf Bomben-Detonationen in Hua Hin mit dem Aufbau seines Ladens am Strand.
Ein Verkäufer startet zwei Tage nach elf Bomben-Detonationen in Hua Hin mit dem Aufbau seines Ladens am Strand.APA/AFP/LILLIAN SUWANRUMPHA
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Die Polizei vermutet, die Sprengsätze hätten mit den elf anderen gezündet werden sollen. Die Militärregierung betont: "Wir haben in Thailand keinen Terrorismus".

Nach der Anschlagsserie in Thailand hat die Polizei am Wochenende eine Reihe nicht explodierter Sprengsätze entdeckt und entschärft. Wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte, wurden im Anschlagsort Hua Hin sowie auf der Urlaubsinsel Phuket Bomben gefunden. Mindestens drei Menschen wurden im Zusammenhang mit den Attentaten vorläufig festgenommen.

"Wir wissen, wer dahinter steckt", sagte Vize-Polizeisprecher Piyapan Pingmuang AFP über die Drahtzieher der Anschläge. Es sei "wahrscheinlich", dass die nicht explodierten Sprengsätze zur gleichen Zeit hochgehen sollten wie alle anderen Bomben bei den Anschlägen, sagte Grisada Boonrach vom Innenministerium. Der Polizei zufolge wurden außerdem bereits am Samstag Sprengsätze in der Provinz Phang Nga entdeckt, die ebenfalls nicht explodierten.

Pingmuang berichtete am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP, dass zwei Menschen wegen der Anschläge in Hua Hin verhört worden seien, ein weiterer wurde in der Provinz Nakhon Si Thammarat festgenommen. Die Militärführung äußerte sich vorsichtiger und erklärte, es würden mehrere Menschen befragt. Verdächtig seien sie bisher nicht.

"Wir haben in Thailand keinen Terrorismus"

"Unsere Ermittlungen machen Fortschritte", sagte der Polizeisprecher. Er machte aber keine näheren Angaben zu den Verdächtigen oder zu deren Motiven. Er bekräftigte indes die Darstellung der Militärjunta, dass es sich bei den Anschlägen nicht um das Werk internationaler Terroristen gehandelt habe. "Ich bestätige nochmals, dass es ein Akt lokaler Sabotage war, nicht Terrorismus", sagte der Polizeisprecher. "Wir haben in Thailand keinen Terrorismus."

Ein Sprecher der herrschenden Militärjunta sagte, es gehe lediglich um Befragungen der Festgenommenen. "Sie werden nicht als Verdächtige behandelt, solange die Befragung nicht abgeschlossen ist und feststeht, dass einige von ihnen Gesetze gebrochen haben", sagte Winthai Suvaree.

Elf Sprengsätze in Hua Hin

Am Donnerstag und Freitag waren binnen weniger Stunden insgesamt elf Sprengsätze im Badeort Hua Hin, auf der Insel Phuket sowie im äußersten Süden Thailands explodiert, zudem gab es mehrere mutmaßliche Brandanschläge. Vier Thailänder wurden getötet und mehr als 30 weitere Menschen verletzt, darunter nach Angaben des Auswärtigen Amts vier Deutsche.

Wer hinter den Anschlägen steckt, ist unklar. Bisher bekannte sich niemand zu den Taten. Der Vize-Polizeichef des Landes, Ponsapat Pongcharoen, sagte indes am Sonntag vor Journalisten, die Polizei glaube, dass die Angreifer "noch immer in Thailand sind". Spekulationen, dass muslimische Rebellen aus dem äußersten Süden Thailands die Anschläge begingen, wiesen die Behörden hingegen zurück. Die Aufständischen kämpfen gegen die Staatsführung des vornehmlich buddhistischen Landes.

Verfassungsreferendum im Süden gescheitert

Wenige Tage vor den Anschlägen hatten die Wähler per Referendum eine neue Verfassung gebilligt, die von den Militärmachthabern vorgelegt worden war. In den drei Provinzen im Süden gab es dafür allerdings keine Mehrheit. Die Armee regiert seit einem Putsch im Jahr 2014, bei dem Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra gestürzt wurde. Ihre Anhänger haben jede Verantwortung für die Anschlagsserie von sich gewiesen.

Für Thailands Militärführung ist die Anschlagsserie ein Rückschlag. Nachdem sich die Armee 2014 an die Macht geputscht hatte, stellte sie sich als Garant für Stabilität und Sicherheit dar. Hua Hin liegt rund 200 Kilometer südlich der thailändischen Hauptstadt Bangkok und ist ein beliebtes Reiseziel bei in- und ausländischen Touristen. Der am schwersten von den Anschlägen getroffene Badeort fürchtet nun einen Rückgang des Tourismus. Der Tourismus ist ein wichtiger Faktor im thailändischen Wirtschaftsleben und macht mindestens zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

(APA/Reuters/AFP)