Wenn Opel tatsächlich bei GM bleibt, so dürfte das den US-Konzern an die 6,1 Milliarden Dollar kosten. Außerdem wird bald ein staatlicher Kredit fällig, weitere staatliche Hilfen gibt es nur bei einem Verkauf an Magna.
Ein Verbleib von Opel im Konzern würde den US-Autobauer General Motors (GM) einer Studie zufolge teuer zu stehen kommen. GM würde hierzu mit bis zu 6,1 Milliarden Dollar (4,21 Milliarden Euro) in bar deutlich mehr Mittel benötigen als bisher angenommen, wie aus einem Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hervorgeht.
Die Mittel würden zusätzlich zu den 50 Milliarden Dollar gebraucht, die GM bereits von der US-Regierung erhalten habe, hieß es in dem Bericht weiter. Die bisher von GM kalkulierten Zusatzkosten von 4,65 Milliarden Dollar seien "übertrieben optimistisch" gewesen.
Der KPMG-Bericht soll dem GM-Verwaltungsrat vorgelegt werden, der bei seinem Treffen am Dienstag und Mittwoch über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers entscheiden könnte.
Finanzierungsproblem für GM
GM droht nach Meinung der deutschen Bundesländer ein erhebliches Finanzierungsproblem, sollte die deutsche Tochter Opel nicht an einen Investor verkauft werden. Sollte der GM-Verwaltungsrat am (heutigen) Mittwoch zu erkennen geben, Opel behalten zu wollen, wäre ein konkreter Finanzierungs- und Geschäftsplan für das deutsche Unternehmen nötig, sagte der Verhandlungsführer der vier Bundesländer mit Opel-Standorten, Thomas Schäfer, der "Frankurter Allgemeinen Zeitung". Einen solchen Plan habe GM bislang aber nicht vorweisen können.
Dem Bericht zufolge wird Ende November der Kredit über 1,5 Milliarden Euro fällig, den Bund und Länder dem Autohersteller im Juni gegeben haben. Gezahlt werden müssten dann auch 6,5 Prozent Zinsen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Kreise der Opel-Treuhand. Der Kredit sei zu fast 100 Prozent mit Vermögen des Unternehmens als Pfand besichert, darunter Grundstücken und Fabriken.
Bund und Länder haben eine Finanzierungszusage von 4,5 Milliarden Euro nur für den Fall gemacht, dass sich GM für den Verkauf an den Autozulieferer Magna entscheidet. Wenn Opel bei GM bleibt oder an den Finanzinvestor RHJI verkauft wird, soll es keine staatlichen Hilfen aus Deutschland geben. Deshalb drohe ein Milliardenloch, schreibt die Zeitung.
GM-Finanzchef geht
Beim US-Autobauer General Motors (GM) geht Finanzchef Ray Young einem Zeitungsbericht zufolge von Bord. Der Topmanager werde den bisherigen Opel-Mutterkonzern voraussichtlich in den nächsten Wochen verlassen, berichteten die gewöhnlich gut informierten "Detroit News" am Mittwoch.
(Ag./Red)