Alle Straßen werden überprüft. Neue Schutzwege sollen kommen. Die Vermessung des Ersten sozusagen.
Wien. Wer derzeit in Wien, im ersten Bezirk, eine kleine Personengruppe durch die Straßen gehen sieht, die besonders genau auf Straßenschilder, Schutzwege und Ladezonen achtet, hat es ziemlich sicher mit einer Runde von Bezirksräten zu tun. Diese sind nämlich derzeit unterwegs, um sämtliche Gassen, Straßen und Plätze – insgesamt gibt es in der Inneren Stadt derer zirka 300 – zu inspizieren. Die Vermessung des Ersten sozusagen. Diese „Gesamtschau der Verkehrsflächen“, wie es Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) nennt, kam auf Initiative der Verkehrs- und der Bezirksentwicklungskommission einstimmig zustande.
Wieso aber inspiziert man nun die Verkehrsschilder, Schutzwege, Parkplätze und Ladezonen in jeder noch so kleinen Seitengasse? „Es geht darum“, sagt Figl, „einen detaillierten Überblick zu bekommen. Die Pläne, die wir bisher zur Verfügung haben, sind gut, aber viele Informationen, die wir für unsere Planungen brauchen, sind darin leider nicht ausreichend enthalten.“ Etwa: Wo steht welches Verkehrszeichen? Wo genau verlaufen Ladezonen? Gibt es genügend Schutzwege? Diese Landvermessung im Herzen Wiens soll im Herbst abgeschlossen sein, die detaillierten Straßenkarten sollen künftig diverse Verkehrsbeschlüsse im Bezirk erleichtern.
Vergessene Hinweisschilder
Die Tour der Bezirksräte hat aber auch den Hintergrund, kleinere und größere Probleme zu entdecken – und möglichst rasch zu beheben. So wurde etwa auf den ersten Rundgängen die eine oder andere Hinweistafel gesichtet, die keinerlei Funktion mehr hat und einfach vergessen (und mittlerweile entfernt) wurde. In der Hohenstaufengasse wurde ein Parkverbot entdeckt, das wegen eines Schanigartens verhängt wurde, den es mittlerweile aber gar nicht mehr gibt.
Während dieser Rundgänge gehen die Bezirksräte auch Hinweisen von Bewohnern nach. An der Kreuzung Wipplingerstraße/Färbergasse wird beispielsweise als Folge der Inspektion – auch ein Wunsch vieler Anrainer – im Herbst ein zusätzlicher Schutzweg errichtet. Betroffene Bürger werden auch aufgefordert, ihre Anliegen zu diesem Thema an die Bezirksvertretung zu schicken. Die Mailadresse: verkehrsanliegen@bv01.wien.gv.at.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.08.2016)