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"In der Business Class gibt es immer einen Sitzplatz"

Bett in einem Krankenhauszimmer
Bett in einem Krankenhauszimmer(c) www.BilderBox.com
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Julian Hadschieff, Fachverbandsobmann der Gesundheitsbetriebe in der Wiener Wirtschaftskammer, verteidigt die Bedeutung der Wahlfreiheit für Patienten zwischen öffentlichem und privatem Sektor. Ein "fauler und träger" Monopolist habe noch niemandem etwas genützt.

Ist die Privatmedizin eine Alternative oder notwendige Ergänzung zum öffentlichen Sektor? Und kann die Gesundheitsversorgung in Österreich ohne Privatspitäler und -ordinationen überhaupt noch aufrechterhalten werden? Geht es nach Julian Hadschieff, Fachverbandsobmann der Gesundheitsbetriebe in der Wiener Wirtschaftskammer sowie CEO der PremiQaMed Group, des größten Betreibers privater Krankenanstalten in Österreich, ist Wahlfreiheit jedenfalls ein hohes Gut. Denn eine Monopolstellung, in der der Monopolist womöglich „faul und träge“ geworden sei, habe noch niemandem etwas genützt, schon gar nicht dem Konsumenten.

Hadschieff ist heute, Montag, Gast einer Podiumsdiskussion zum Thema Privatmedizin.
Daran teilnehmen wird neben der Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) unter anderem auch Gottfried Haber, Vizedekan der Fakultät für Gesundheit und Medizin und Leiter des Zentrums für Management im Gesundheitswesen an der Donau-Universität Krems. Er wird auch eine aktuelle Studie zum Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds präsentieren.

„Positiver Wettbewerb“

Der „positive Wettbewerb“ zwischen dem öffentlichen und privaten Bereich hat Hadschieff zufolge die Leistungsfähigkeit auf beiden Seiten vergrößert. Bei der medizinischen Betreuung hätten ohnehin nie Unterschiede bestanden.

„Es gibt keine einzige Studie, die besagt, dass Privatspitäler qualitativ schlechter sind als staatliche“, sagt er. „Im Gegenteil, alle Erhebungen belegen, dass die Privaten eine ausgezeichnete Qualität bieten, kombiniert mit einem Serviceangebot, das immer mehr Patienten in Anspruch nehmen.“ Hadschieff vergleicht die Sonderklassebetreuung in einem Krankenhaus mit einer Fahrt in einem Zug oder einem Flug, in dem alle Passagiere gleichzeitig am Ziel ankommen, jene in der Business Class oder ersten Klasse aber mehr Komfort genießen. In der Economy Class eines Zuges könne es schon einmal vorkommen, dass man eine Zeit lang stehen müsse, wenn man zu spät einsteige. In der ersten Klasse hingegen würde der Schaffner immer irgendwo einen Sitzplatz finden.

Den Vorwurf vieler Ärzte und Patienten, wonach das öffentliche System in Österreich seit Jahren Schritt für Schritt heruntergefahren werde und Patienten daher de facto gezwungen seien, in den privaten Bereich auszuweichen, ohne ihn sich eigentlich leisten zu können, lässt er nicht gelten. Insbesondere die Privatkliniken hätten sich zuletzt in vielen Bereichen zu einer echten Alternative zu öffentlichen Spitälern entwickelt und diese damit auch entlastet – was wiederum den Patienten zugute komme. Zudem hätten sie dazu beigetragen, die Finanzierungssysteme gerechter zu gestalten. Man dürfe daher nicht von einem „entweder oder“, sondern müsse von einem „sowohl als auch“ sprechen.

„Privatspitäler bieten Leistungen an, die öffentliche nicht anbieten können, etwa mehr Zeit für die Patienten, um ihnen ihre Diagnosen und Therapien zu erklären. Und Zeit kostet Geld“, sagt Hadschieff. „Die Menschen entscheiden selbst, wozu sie ihre knappen Ressourcen verwenden, was sie sich leisten wollen bzw. können und was nicht. Der eine investiert in seinen Wagen, der andere in seine Gesundheitsversorgung.“

Veranstaltung

Heute, Montag, ab 12.30 Uhr diskutiert Julian Hadschieff, Fachverbandsobmann der Gesundheitsbetriebe in der Wiener Wirtschaftskammer sowie CEO der PremiQaMed, des größten Betreibers privater Krankenanstalten in Österreich, im Hotel Alphof zum Thema „Privatmedizin – Alternative oder notwendige Ergänzung?“. Veranstaltet wird die Diskussion vom Fachverband der Gesundheitsbetriebe und dem Verband der Privatkrankenanstalten. Anmeldungen unter sandra.hengstermann@himmelhoch.at. Die weiteren Teilnehmer sind unter anderem die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) und Gottfried Haber, Vizedekan der Fakultät für Gesundheit und Medizin und Leiter des Zentrums für Management im Gesundheitswesen an der Donau-Universität Krems.

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