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"Gott schütze Wien": Häupl warnt vor Strache

Wiens Buergermeister Michael Haeupl
(c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
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Der Wiener Bürgermeister über das Duell mit der FPÖ bei der Wien-Wahl: "Wenn ich mir anschaue, welche Vorschläge der Herr Strache für Wien macht, kann ich nur sagen: Gott schütze Wien."

Der Wiener SP-Bürgermeister Michael Häupl warnt ein Jahr vor dem regulären Wahltermin vor der FPÖ - und hofft dabei auf himmlischen Beistand: "Wenn ich mir anschaue, welche Vorschläge der Herr Strache für Wien macht, kann ich nur sagen: Gott schütze Wien", sagte Häupl im Interview mit der Austria Presse Agentur (APA).

Das sich abzeichnende Duell mit FP-Obmann Heinz-Christian Strache sieht Häupl thematisch begründet: "Er ist die Personifizierung des Antagonismus von Wien. Wir haben völlig unterschiedliche Vorstellungen davon, wie Wien in Zukunft ausschauen soll. Daher entscheidet man nicht nur zwischen zwei Personen, sondern zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen, diametral entgegengesetzten Politikkonzepten."

Eine Zusammenarbeit mit der FPÖ sei schon alleine aufgrund der inhaltlichen Positionen nicht möglich. Aber Häupl glaubt ohnehin nicht, dass er einen Koalitionspartner brauchen wird: "Denn ich bin davon überzeugt, dass auch die Wiener ähnlich stabile Verhältnisse haben wollen wie die Niederösterreicher, allerdings mit umgekehrten politischen Vorzeichen."

"Führe zur Zeit keinen Wahlkampf"

Häupl bestritt in dem Interview jegliche Absicht, bereits Wahlkampf zu führen. Wann genau die nächste Wien-Wahl stattfindet, sei auch noch nicht entschieden: "Ob es eine Vorziehung gibt oder nicht, ist eine Geschichte, die völlig von den Umständen abhängt. Ich führe zur Zeit weder einen Wahlkampf, noch führe ich diese Wahltagsdebatte - wir haben wirklich anderes zu tun."

Die Umstände hingen zentral mit der Wirtschaftskrise zusammen: "Daher ist abzuschätzen, wann absehbar ist, dass Licht am Ende des Tunnels ist. So lange werden wir arbeiten - wahlkämpfen tun andere, die nichts zu verantworten haben und die auch nichts leisten."

Ob er nach einer etwaigen Wiederwahl die gesamte Legislaturperiode zur Verfügung stehen wird, ließ Häupl offen. "Schauen wir mal, was dann wird." Ans Aufhören denke er jedenfalls nicht, zumal der Wiener Bürgermeisterposten der beste politische Job der ganzen Welt sei: "Wenn ich mit dem in zehn Jahren oder wann auch immer aufhöre, dann mache ich mit Sicherheit ganz etwas anderes." Das höchste Amt im Staate erringen will Häupl jedenfalls nicht: "Ich glaube, mein individuelles Persönlichkeitsprofil ist nicht kompatibel mit dem Anforderungsprofil an einen Bundespräsidenten."

FPÖ reagiert mit Häme

Die FPÖ reagierte prompt auf Häupls Aussagen: Der Bürgermeister habe offensichtlich panische Angst, wenn er an die bevorstehende Wahlniederlage im Jahr 2010 denke. "Es sei darauf hingewiesen, dass sich gerade jener Bürgermeister, der keine Kreuze mehr in unseren Klassenzimmern sehen wolle und die FPÖ wegen ihres Einsatzes für die christlich-abendländischen Traditionen verhöhnt habe, nun auf Gott berufe", beschied FP-Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein in einer Aussendung.

(APA)