400 Jahre New York, wer feiert mit?

(c) AP (Mike Groll)
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Der holländische Kronprinz zelebriert mit US-Politikern die Entdeckung Manhattans. Doch irgendwie lässt das viele Promis kalt.

Eine zu kurzfristige Planung kann man den Veranstaltern eigentlich nicht vorwerfen. Bereits vor Monaten wurde das Jubiläum angekündigt. Schließlich sollte niemand in New York versäumen, dass in der ersten Septemberhälfte des Jahres 1609 der Seemann Henry Hudson in Manhattan angekommen ist.

Und wenn es ums Feiern geht, sind die New Yorker bekanntlich immer ganz vorn dabei. Also rief der Bürgermeister der Millionenstadt, Michael Bloomberg, ein eigenes Komitee (NY400) ins Leben, das möglichst viel Wirbel um das Ereignis machen sollte. Damit wollte Bloomberg garantieren, dass die „großartigste Stadt der Welt“ auch die entsprechende Aufmerksamkeit zum großen Jubiläum bekommt.

Eine Schüssel als Präsent

Auf politischer Ebene hat das sehr gut funktioniert. Zu Beginn der Woche ist der niederländische Kronprinz Willem-Alexander mit seiner Gattin Maxima in Manhattan angekommen. Der Entdecker Hudson war zwar Engländer, ist aber 1609 im Auftrag der Holländer in Richtung Westen gesegelt, um letztendlich New Amsterdam zu gründen.

Deshalb also die Einladung für das holländische Königshaus. Willem-Alexander und Maxima trafen sich mit Bloomberg und Außenministerin Hillary Clinton an Bord des ehemaligen Kriegsschiffes USS Intrepid. Die Reden waren kurz und – wie es sich für ein Jubiläum gehört – relativ inhaltslos („tolle Partnerschaft“, „auf weitere 400 Jahre“, „New York ist die großartigste Stadt der Welt“, und so weiter und so fort). Aber egal, immerhin hatte es das Komitee geschafft, die Hautevolee der Politik für das Ereignis zusammenzutrommeln.

Als Höhepunkt überreichte Bloomberg dem holländischen Prinzenpaar eine Glasschüssel mit eingravierten Szenerien der Historie New Yorks. Prinzessin Maxima nannte die Schüssel „liebenswürdig“ und versprach, dem Geschirr einen „ganz speziellen Platz“ in ihrem holländischen Heim zu geben. Alle waren glücklich.

Es fehlen die Stars

Trotzdem wird langsam, aber sicher Kritik an den Organisatoren laut. Denn irgendwie gibt es bis auf die politischen Promis keine Stars, die sich für das Jubiläum herzugeben scheinen. Die Feierlichkeiten dauern zwar noch bis Sonntag, bisher sind Berühmtheiten bei den zahlreichen Partys und Veranstaltungen aber Mangelware.

So hoffte man stets, ein echtes Topkonzert auf die Beine stellen zu können. Die Hoffnung, die New Yorkerin Madonna singen zu lassen, zerschlug sich zwar schnell, weil der Superstar zu teuer ist und das Budget des Komitees NY400 gesprengt hätte. Aber mit einem Sänger eines Kalibers von John Mayer, der unter den New Yorkern äußerst beliebt ist, wurde schon gerechnet.

Doch auch diese Erwartung löste sich schnell in Luft auf. Nun scheinen die Highlights der Veranstaltungswoche eine Comedy-Nacht mit den aus der Fernsehshow „Saturday Night Live“ bekannten Seth Meyers und Jason Sudeikis sowie ein Konzert des holländischen DJ Armin van Buuren zu sein. Offiziell wird das Engagement von van Buuren als Erfolg gefeiert, weil damit die niederländischen Wurzeln der Stadt repräsentiert werden. Hinter den Kulissen wird gemunkelt, das Komitee habe sich zu spät um Superstars gekümmert.

Die Top-400-New-Yorker

So stößt es vielen New Yorkern auf, dass nach derzeitigem Stand nur wenige der größten New Yorker aller Zeiten offiziell an den Feierlichkeiten teilnehmen. Das Museum der „City of New York“ hatte extra eine derartige Liste herausgebracht.

Darauf zu finden sind etwa Regisseur Woody Allen, Designer Steven Burrows oder der Komödiant Jerry Seinfeld, die allesamt nicht zu den Feierlichkeiten erschienen sind. Ebenfalls auf der Liste ist der ehemalige Bürgermeister Rudy Giuliani. Auch er wurde noch nicht gesichtet.

Auf einen Blick

Vor 400 Jahren landete Henry Hudson in Manhattan und gründete New Amsterdam.

Diese Woche finden Jubiläumsfeiern statt– mit vielen Politikern, aber wenigen Promis.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2009)

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