Finanzen: Sanierung der Feuerwache: Kosten explodieren

Stadt muss 50 statt 16,8 Millionen Euro zahlen.

WIEN (stu). Die Zentralfeuerwache ist der Stadt Wien nicht nur lieb, sondern auch teuer – im wahrsten Sinn des Wortes: Die Kosten für die Sanierung sind innerhalb von fünf Jahren um 297 Prozent gestiegen; statt 16,8 Millionen Euro kostete die Generalsanierung satte 50 Millionen Euro, wie die Grünen am Donnerstag kritisierten. Finanzsprecher Martin Margulies: Finanzstadträtin Renate Brauner sei ihrer Aufgabe offenbar nicht gewachsen, da sie bereits in ihrer Zeit als Gesundheitsstadträtin für die Feuerwehr zuständig gewesen sei.

Nach den Problemen beim Cross-Border-Leasing, dem Skylink-Debakel und den Verlusten aus Veranlagungen (Schweizer-Franken-Anleihen) könne man sagen: Wien funktioniere nicht wegen, sondern trotz einer Finanzstadträtin Renate Brauner: „Es macht mich rasend. Die Stadt ist nicht in der Lage, öffentliche Großprojekte ohne Kostenexplosion durchzuführen“, so Margulies, der das Kontrollamt einschalten will, um die Kostenexplosion bei der Sanierung der Zentralfeuerwache untersuchen zu lassen.

Die Kostenexplosion im Umfang von fast 300 Prozent versuchte am Donnerstag Branddirektor Gerald Hillinger zu erklären: Ein Grund sei, dass die Sanierung bei vollem Betrieb erfolgt sei. Auch die Tiefgarage sei erweitert worden. Und als bekannt wurde, dass der Papst am Hof eine Messe lesen wird, seien die Arbeiten beschleunigt worden, was deutlich höhere Kosten verursacht habe – es sei um das Prestige von Österreich gegangen.

Nach der Kostenexplosion soll es trotzdem Konsequenzen geben: Der Wiener Branddirektor will eine zusätzliche Controlling-Ebene einführen, um auf Abweichungen bei den Baukosten künftig reagieren zu können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.09.2009)

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