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Kira

Kira ist ein Wunderhund.

 Sie gehört den Nachbarn, bei unserem Landhäuschen in den Sonnenblumenebenen im südöstlichen NÖ, über die sich jüngst der Spätsommer mit beigem Licht und Geruch nach krautigen Wiesen und feuchtfauligen Äckern gelegt hat. Sie ist ein Golden Retriever, einer jener im 19. Jh. in England gezüchteten Hunde, die man nicht nicht mögen kann, die freundlich, entspannt und kinderlieb sind. So wie Kira, die sogar als Therapiehund ausgebildet wurde und viel mit Kindern zu tun hatte, auch, um ihnen Ängste zu nehmen. Sieht sie mich, kommt sie her, will gestreichelt werden, legt sich auf die Seite, und ich kraule das cremeweiße Fell. Für mein Bübchen war sie der erste Hundefreund, sie legte sich daneben, als er im Buggy schlief, ging mit ihm, als er laufen lernte, den schmalen Waldweg zum Feld hinauf, fraß ihm Leckerlis aus der Hand. Klar, sie haart! Aber sie ist wie ein Licht, wenn sie auftaucht.

Über Monate ist sie nun schwächer geworden, brach richtig ein. Vor Tagen kam dann die Tierärztin. Kira lag auf ihrer Schnuffeldecke. Schaute. Bekam eine Spritze. Schlief ein. Dann noch eine Spritze. Draußen die warme Spätsommersonne. Jetzt ist Kira im Hundehimmel, da wachsen an Büschen Würste und Knochen, es regnet Leckerlis, sie dürfen Katzen jagen, und Engel werfen unermüdlich Stöckchen. Und ja, es gibt dort auch Kinder, die mit ihnen spielen. (wg)

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2016)