Sponsor Wirtschaft. WKO-Generalsekretärin Hochhauser will Kreativität und Innovation stärker gefördert wissen.
Dieses Land hat eine Reihe von Unternehmerpersönlichkeiten, die ihren Weg durch Kreativität und Innovation gemacht haben. Diese vor den Vorhang zu holen, ist eine großartige Idee“: Für Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), ist es keine Frage, dass ihre Organisation Initiativen wie die „Austria'09“ unterstützt.
Denn „die Präsentation besonders herausragender Leistungen und Persönlichkeiten ist wichtig für die Motivation“, erläutert Hochhauser im Gespräch mit der „Presse“ in ihrem Büro im zehnten Stock der Wirtschaftskammerzentrale in der Wiener Wiedner Hauptstraße.
Und Motivation ist zur Zeit ein wertvolles Gut: Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Rezession. Ob die, wie immer mehr optimistische Wirtschaftsforscher meinen, bald vorbei ist? „Das ist schwer einzuschätzen“, meint die Wirtschaftskammer-Generalsekretärin. Es gebe Silberstreifen am Horizont – etwa die vorzeitige Beendigung der Kurzarbeit in wichtigen Industriebetrieben wie Voest oder KTM –, aber man könne noch nicht seriös beurteilen, inwieweit das ein Auffüllen der unterdessen geleerten Lager oder eine nachhaltige Verbesserung der Auftragslage sei.
Allerdings: Österreich habe sich in der Krise sehr gut gehalten. Unter anderem deshalb, weil die Regierung auf den beginnenden Abschwung „sehr rasch und richtig reagiert“ habe. Ob die Maßnahmen freilich auch ausreichend waren, werde sich erst zeigen.
Einer der wichtigsten Faktoren sei aber die betriebliche Struktur der heimischen Wirtschaft: Kleinbetriebe könnten flexibler und innovativer reagieren, vor allem aber Auftragsschwankungen leichter abfedern. Bei großen Betrieben sei das etwas schwieriger, aber dort seien ja die entsprechenden Abfederungsmaßnahmen wie etwa Kurzarbeit zum Tragen gekommen.
Die einzelnen Branchen seien in Österreich sehr unterschiedlich betroffen: Handel, Gewerbe und Handwerk hielten sich noch gut, im Gesundheitsbereich wachse die Beschäftigung sogar, größere Probleme gebe es in der Maschinenindustrie und bei den Autozulieferern.
Leise Kritik übt Hochhauser an den Hilfsmaßnahmen für kleinere Unternehmen. Hier habe die Regierung zwar die richtigen Maßnahmen gesetzt, bei der Umsetzung (etwa bei den über die Förderbank AWS abgewickelten Haftungen) gebe es aber unnötige Verzögerungen. Hier sei zu hoffen, „dass sich die Sache im Herbst beschleunigt“.
Die Kammer selbst reagiert auf die Krise mit neuen Schwerpunktsetzungen. Etwa im Außenhandel, der im Vorjahr besonders stark gelitten hat. Hier gehe es jetzt darum, Zukunftsmärkte zu entwickeln und zu erschließen. Etwa in Asien und Südamerika.
Wichtig sei eine noch stärkere Ausrichtung auf Kreativität, Innovation, Forschung und Entwicklung. Denn, so Hochhauser, „wir können international nur den Qualitätswettbewerb und den Qualifikationswettbewerb gewinnen“. Dazu müsse man „das Kreativitätspotenzial noch stärker unterstützen“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.09.2009)