Der Renner aus Salzburg übersiedelt ins Akademietheater
Samuel Beckett war ein Katastrophenspezialist, aber auch ein Sprachartist. „Fin de partie“ schrieb er auf Französisch, bevor das „Endgame“ und das „Endspiel“ dazukamen. „Fin de partie“, das klingt nach abgegriffenen Karten, Poker, Pokerfaces, schummriger Beleuchtung in einem schäbigen Lokal. Das französische Wort erinnert mehr als das deutsche an Spiel als an blutigen Ernst und das Ende des Lebens. Ein bisschen von allem steckt jedenfalls in Becketts Drama, in Salzburg ein Hit beim Publikum und bei der Kritik, und ab 4. 9. mit Nicholas Ofczarek und Michael Maertens im Akademietheater zu erleben, ein Ort, an dem schon Gert Voss und Ignaz Kirchner den apokalyptischen Heuler gaben. Auf Endspiel folgt Neuanfang: Marie Rötzer, neue Intendantin in St. Pölten, präsentiert als erste Premiere (16. 9.) die szenische Fassung eines zauberhaften Buches: Ilja Trojanows „Die Welt ist groß, und Rettung lauert überall“. Hoffentlich. Regie führt der oft großartige Sandy Lopicic.