Mammut, Störche, Papst und Ötzi

Nahe Mistelbach fand man unter der Autobahn Überreste eines Mammuts.

Nahe Mistelbach fand man unter der Autobahn Überreste eines Mammuts. Es hatte vor der Autobahn zu lang darauf gewartet, dass es für Fußgänger grün wird. Immerhin liegt der Fundort diesmal in Niederösterreich und nicht wie beim Ötzi in den Tiroler Bergen. Das Mammut nehmen uns die Italiener also nicht weg.

Aber die Italiener haben momentan sowieso ganz andere Sorgen. Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin erklärte den 22. September zum „Fruchtbarkeitstag“. Zudem appelliert sie auf Plakaten an Frauen, mit dem Kinderkriegen nicht zu lang zu warten. „Beeile dich, warte nicht auf den Storch!“, heißt es dort. Was passiert, wenn man zu lang wartet, sieht man ja bereits am Mammut. Es wartete vor der Autobahn, statt sich fortzupflanzen, und starb aus.

Eines der Länder mit der niedrigsten Fertilitätsrate liegt inmitten Italiens, der Vatikan. Dafür hat der Staat die weltweit höchste Rate von Päpsten pro Quadratkilometer: hochgerechnet vier. Papst Franziskus aber machte dieser Tage Schlagzeilen, weil er das Angebot Kolumbiens, bei der Richterauswahl zu helfen, zurückwies. Alle Richter, die er kennt, sind eben beim jüngsten Gericht unabkömmlich.

Italiens Männer wiederum haben länger Zeit, Kinder zu kriegen. Für alle Fälle können sie sogar ihren Samen einfrieren lassen. Aber auch da kann etwas schiefgehen, man frage nur Ötzi . . . (aich)

Reaktionen an: philipp.aichinger@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.09.2016)

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