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Wöginger folgt Mikl-Leitner als ÖAAB-Chef

August Wöginger
August WögingerAPA/GEORG HOCHMUTH
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Der Innviertler wird kommenden Samstag amtlich oberster Arbeitnehmer-Vertreter der ÖVP - und weitet die personelle Dominanz der Oberösterreicher aus.

August Wöginger wird nun auch amtlich oberster Arbeitnehmer-Vertreter der ÖVP. Der 41-jährige Innviertler wird kommenden Samstag zum neuen Obmann des ÖAAB gewählt, womit die gegenwärtige personelle Dominanz der Oberösterreicher in der Volkspartei noch ein Stück ausgeweitet wird.

Der breiten Öffentlichkeit ist der allürenarme Vater von drei Kindern eher weniger bekannt. In der Partei, speziell im Arbeitnehmerbund, spielt er aber seit Jahren eine nicht unwichtige Rolle. Spätestens mit seinem Aufstieg zum ÖAAB-Generalsekretär unter der bisherigen Obfrau Johanna Mikl-Leitner und seiner Nominierung zum Sozialsprecher gelangte Wöginger in eine Position, die ihn vor allem bei Sozialthemen zum wichtigen Player machte.

Mit Schelling nicht immer auf einer Linie

So war er mit dem Wirtschaftsbündler Hans Jörg Schelling (ÖVP) bei den Verhandlungen zur jüngsten Pensionsreform auch nicht immer auf einer Linie. Dafür gehört er in Sachen Mindestsicherung zur Speerspitze jener, die eine Deckelung der Leistung fordern und er hat auch nichts dagegen, dass in seinem Heimatland eine geringere Leistung für Flüchtlinge ausbezahlt wird. Dabei gilt Wöginger nicht gerade als Verbinder zur FPÖ. Im Gegenteil zählt man den fleißigen Arbeitnehmer-Vertreter eher zur klassischen Gruppe der Sozialpartner, dem auch von der SPÖ durchaus Handschlagqualität zugestanden wird.

Wiewohl der in Passau geborene Wöginger aus einer eher unpolitischen Familie stammt, dockte er schon in Teenager-Tagen bei der Jungen Volkspartei an. Beruflich engagierte sich der Absolvent einer Handelsakademie von Anfang an beim Roten Kreuz, bei dem es der vormalige Zivildiener bis zum oberösterreichischen Betriebsratsvorsitzenden schaffte - eine Funktion, die er erst 2014 nach acht Jahren angesichts seiner immer zeitraubenderen politischen Tätigkeit zurücklegte.

Verhängnisvoller Weg auf die Toilette

In den Nationalrat hatte es Wöginger schon in jungen Jahren geschafft. Beim Einzug in den Nationalrat im Jahr 2002 war er gerade einmal 28 Jahre. Dort passierte ihm ein Lapsus, der ihm durchaus einige Zeit nachhing. Bei der in der damaligen schwarz-blauen Koalition nicht unumstrittenen Pensionsreform fehlte er als einziger Abgeordneter bei der Abstimmung, allerdings angeblich nicht aus Protest, sondern weil ihn im ungünstigsten Moment ein dringender Weg auf die Toilette führte.

Gestoppt hat das seine Karriere freilich nicht. Der von seinen Freunden "Gust" genannte Wöginger war - auch stark unterstützt von seinem Vorgänger als ÖAAB-Oberösterreich-Chef Franz Hiesl - in der Landespartei schnell zur größeren Nummer geworden. Freilich, in den Kampf um die Nachfolge von Landeshauptmann Josef Pühringer ließ er sich nie ein. Auch angesichts des Frauenmangels in der Landesregierung dürfte Wögingers Karriere-Leiter derzeit eher in den Bund führen.

Zur Person

August Wöginger, geboren am 2.11.1974, verheiratet und Vater von drei Kindern. Beruflich beim Roten Kreuz tätig, dabei von 2006 bis 2014 Vorsitzender des Betriebsrats des OÖ Roten Kreuz. Seit 2002 Nationalratsabgeordneter, Generalsekretär des ÖAAB von September 2012 bis zum April 2016. Seither geschäftsführender Bundes-Obmann des AAB. Chef des oberösterreichischen ÖAAB seit Mai 2015.

(APA)