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Gazprom warnt vor neuem Engpass durch Ukraine-Wahl

(c) AP (Daniel Roland)
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Je nachdem wie die Wahl ausgeht könnte ein neuer Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine entstehen. Damit wäre auch Europas Versorgung gefährdet. Derzeit seien die Beziehungen aber sehr gut, beruhigt Gazprom.

Der russische Staatskonzern Gazprom hat eine zuverlässige Gasversorgung Europas von dem Ausgang der Präsidentenwahl in der Ukraine abhängig gemacht. "Ich hoffe, es wird im Winter keine Katastrophe geben", sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Samstag mit Blick auf die Mitte Jänner anstehende Abstimmung in dem Nachbarland. "Wenn ich die Kollegen von Naftogaz Ukraine treffe und sie frage, was wird 2010 passieren, dann antworten sie mir: 'Wir wissen es einfach nicht.'" Zwar seien die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine in Sachen Gas derzeit sehr gut. Die Ungewissheit über den Ausgang der Wahl stelle aber "ein Risiko" dar, erklärte er.

Wenn allerdings "alles so weiterläuft wie in den vergangenen zwei Monaten, dann bin ich zufrieden," sagte Miller. Die Spannungen zwischen beiden Staaten hatten zuletzt deutlich nachgelassen, was in Europa mit Erleichterung aufgenommen wurde. Noch im Januar hatte ein Streit über Preise und Transitgebühren zwischen Gazprom und Naftogaz zu einem deutlichen Rückgang der Gaslieferungen geführt: Zwei Wochen lang kamen in Mittel- und Westeuropa etwa 20 Prozent weniger russisches Gas an als ursprünglich vereinbart.

Europas Gas fließt über die Ukraine

Europa bezieht rund ein Viertel seines Gases aus Russland, der Großteil dieser Lieferungen erfolgt über die Ukraine. Die geplante Ostsee-Pipeline, an der neben Gazprom auch die beiden deutschen Unternehmen E.ON und BASF beteiligt sind, soll ab 2011 eine alternative Versorgungsroute bieten. "Europa ist der wichtigste Absatzmarkt für Gazprom", betonte Miller.

Angesichts der gegenseitigen Abhängigkeit Russlands und der Ukraine betonte auch Kreml-Berater Arkady Dworkowitsch ein Interesse an klaren Verhältnissen im Nachbarland: "Russland kann eine schwache Ukraine nicht gebrauchen. Russland braucht eine starke Ukraine als Partner." Unklare Verhältnisse würde Russland nur politische und wirtschaftliche Probleme bereiten.

Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hatte mit ihrem russischen Amtskollegen Wladimir Putin vor kurzem eine Einigung über die weiteren Lieferbedingungen erzielt und damit den Konflikt deutlich entschärft. Dies führte zu Spekulationen, wonach Russland Timoschenko bei der Wahl am 17. Januar unterstützen könnte, um sich in der ehemaligen Sowjet-Republik wieder mehr Einfluss zu sichern. Timoschenko hat bereits angekündigt, für das Präsidentenamt zu kandidieren.

(Ag.)