Opel: Fließt Geld nach Russland?

GERMANY AUTOMOTIVE IAA
GERMANY AUTOMOTIVE IAA(c) EPA (Boris Roessler)
  • Drucken

Opel-Treuhänders Dirk Pfeil behauptet, dass Geld aus dem Staatskredit für das Unternehmen nach Russland fließen würde. Außerdem befürchtet er Technologie-Abfluss.

Im Streit um den Staatskredit für Opel hat das deutsche Bundesland Hessen der Aussage des Opel-Treuhänders Dirk Pfeil widersprochen, dass rund 600 Mio. Euro nach Russland fließen sollten. Pfeil habe nur die vom Investor Magna geplante Bruttoinvestitionssumme in Russland für die kommenden fünf Jahre genannt, ohne die dort geplanten Einnahmen gegenzurechnen, erklärte am Montag der hessische Finanzstaatssekretär Thomas Schäfer. Den 570 Mio. Euro Investitionen stünden 400 Mio. Einnahmen aus dem russischen Markt gegenüber. Als Saldo blieben 170 Mio. Euro, die auf dem Belastungshöhepunkt des Staatskredits 2010/2011 anfallen könnten.

Über Sicherheiten für diese aus dem Kredit aufzubringende Summe gebe es aber noch Verhandlungen mit Magna und der russischen Seite, erklärte Schäfer, der zur "Opel-Task-Force" der Regierung zählt. Zu "New Opel" gehöre schließlich auch das Werk im russischen St. Petersburg, so dass es nicht verwunderlich sei, dass ein Teil der Investitionen dort hingehe. "Ich finde es sehr bedauerlich, wenn Herr Pfeil aus internen Geschäftsunterlagen der Treuhand unvollständig zitiert", sagte Schäfer.

Technologieabfluss

Der Insolvenzverwalter und hessische FDP-Politiker Pfeil hatte als Ländervertreter im Opel-Treuhandbeirat moniert, dass rund 600 Mio. Euro aus dem Opel-Kredit zur Modernisierung der russischen Autoindustrie genutzt würden. Gleichzeitig warnte er vor einem Technologieabfluss. Schäfer betonte demgegenüber, dass eine Weitergabe von Opel-Technik nur mit ausdrücklicher Zustimmung von General Motors möglich sei.

Die hessische Landesregierung rechnet nach Schäfers Worten mit einem Übergang der Opel-Anteile auf Magna und seine russischen Partner noch in diesem Jahr. Das sei aus den Äußerungen des GM-Unterhändlers John Smith ersichtlich. Damit gehe die Aufgabe der zur Überbrückung gegründeten Treuhand zu Ende. Die von Bund, Ländern und Alteigentümer GM getragene Einrichtung hält derzeit 65 Prozent der Opel-Aktien, die an die Investoren und zu einem kleineren Teil an die Belegschaft weitergegeben werden sollen.

(APA)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

Das BMW-Konzept Auto Vision ist am Dienstag, 15. September 2009, am ersten Pressetag der Internationa
International

Opel: BMW will Zusammenarbeit mit Magna überdenken

BMW will darüber nachdenken, "welche Technologie wir in die Hände eines Konkurrenten geben wollen". Durch die Übernahme von Opel wird Magna zum direkten Konkurrenten.
Opel
International

Opel soll 2015 schwarze Zahlen schreiben

Allein in Deutschland werden rund 4000 Opel-Beschäftigte ihren Job verlieren. Magna-Chef Siegfried Wolf kündigte an, bereits im Jahr 2015 mit Opel schwarze Zahlen schreiben zu wollen.
GERMANY ECONOMY OPEL MAGNA SPERBANK
International

Wolf zur Opel-Übernahme: "Magna lügt nicht"

Magna-Chef Siegfried Wolf wehrt sich gegen die Vorwürfe, die designierte Opel-Mutter habe Stellenstreichungen zu niedrig angegeben. 170 Millionen Euro müssen nach Russland überwiesen werden.
A worker for German car manufacturer Opel lifts the cover over the new company logo on a Astra car
International

Opel-Hilfen: Deutschland braucht keine EU-Genehmigung

Deutschland will die staatlichen Hilfen für Opel nicht zur EU-Genehmigung vorlegen. Denn die Mittel stammen aus dem "Wirtschaftsfonds Deutschland" - und dieser sei bereits genehmigt. Geld für Russland sei nicht vorgesehen.
Das neue Logo von Opel
International

Opel-Übernahme: "Magna kann ein Riesenproblem bekommen"

Kontroverse Diskussion zu Opel-Magna auch in Österreich. Während Autoexperte Sihn ein hohes Risiko ortet, sieht Wirtschaftsminister Mitterlehner die Chancen der Übernahme überwiegen.

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.