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Die Testerinnen: Grand Étage

(c) Christine Pichler
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Wohnzimmer im achten Stock.

Wer das Soho House mag, wird das Grand Étage mögen. Der Klub im Grand Ferdinand erinnert einfach ungemein an das Konzept vom „zweiten Zuhause kreativer Seelen“ vom Soho. Denn egal, ob Berlin, London oder Miami, das Soho House ist immer das Hotel, das die Mischung zwischen gleichgesinnten Reisenden und Locals am besten schafft. Beiden gefällt’s: Die Städter empfinden das Brunchen am Wochenende ein bisschen wie Urlaub. Und die Hotelgäste fühlen sich einheimisch. Um nichts anderes geht es ja heutzutage bei Städtetrips. Aber wir sind halt in Wien. In dieser Stadt hält man nicht viel von einem gemeinsamen Wohnzimmer. Schon gar nicht mit Touristen. Einige Wiener nützen den Sprung in den Pool (klitzeklein, dafür der einzige Dachpool weit und breit) oder blättern Magazine durch. Aber eigentlich möchte Hotelbesitzer Florian Weitzer mit seinem Mitgliedsklub an die privaten Salons an der Ringstraße anschließen, wo literarische, künstlerische oder einfach gesellschaftliche Gespräche geführt wurden.

(c) Christine Pichler

Das kann ja wieder werden. Wir kommen erst einmal zum Essen, das hier oben Privat Dining heißt. Zutritt zu dem mit eigener Küche ausgestatteten Klub im achten Stock bekommt man mit einem 500-Euro-Deposit. Ein Jahr hat man Zeit, das Geld aufzubrauchen. Geht aber auch schneller. Die Küche ist nicht auf die einstigen Kronländer fixiert wie im Restaurant unten, sondern eher auf das Fühl-dich-überall-daheim-Prinzip. Wir starten mit einer Tom Ka Gai (6,50 Euro), die ziemlich gut schmeckt, aber leider viel zu kalt serviert wird. Dafür nimmt der Kellner sie anstandslos von der Rechnung und bringt sie richtig temperiert zurück. Der Salat Grand Ferdinand (zwölf Euro) mit Wassermelone, Feta, Gurke und Granatapfeldressing ist ein geschmacklicher Sommerverlängerer. Das Tenderloin Steak (28 Euro) kommt zart am Punkt mit hausgemachtem – sprich weder zu fettem noch zu süßem – Coleslaw und cremiger Preiselbeersauce. Der Real Cheddar Cheeseburger (17 Euro) fällt in die Kategorie Soulfood. Der Bun außen knusprig, das Laiberl medium mit einem Streifen Speck, gerösteten Zwiebeln und Tomate. Dazu grob geschnittene Rosmarin-Pommes. Und den Blick vom Steffl bis zum Belvedere. Den hätte ich in meinem Wohnzimmer auch gern.

Info

Grand Étage, 1010, Schubertring 10–12, Tel.: 01/918 808 00, täglich 12 bis 24 Uhr.