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VW-Aktie koppelt sich von Skandal ab

(c) REUTERS (FABIAN BIMMER)
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Das Papier des deutschen Autobauers Volkswagen hat die Tiefstände hinter sich gelassen.

Wolfsburg. Den Schock an jenem 21. im September 2015 werden Anleger nicht so schnell vergessen: Gleich zum Handelsauftakt rauschten die VW-Aktien um gut 14 Prozent in den Keller. Die Papiere, die noch im März 2015 über 250 Euro kosteten, waren nur mehr rund 130 Euro wert. Dieselgate – Abgas-Manipulationen an Dieselmotoren in den USA – hatte 31,5 Mrd. Euro an Börsenwert ausradiert, was in etwa der aktuellen Marktkapitalisierung von Adidas oder der Deutschen Post entspricht.

Der für deutsche Solidität berühmte Autobauer war nicht nur in eine schwere Imagekrise geschlittert, der Skandal kostete ihn auch rund 16 Mrd. Euro an Strafen und den Jahresgewinn. Konzernchef Martin Winterkorn musste seinen Hut nehmen. Analysten meinten dennoch, dass das Unternehmen und seine Aktien in der Lage sein sollten, sich zu stabilisieren. Sie sollten mittelfristig recht behalten.

Die Trendwende kommt zwar nicht sofort, aber sie kommt – wenn auch unter zeitweilig heftigen Schwankungen. Am 10. Dezember 2015 versprach die neue Führungsriege unter Matthias Müller und Hans Dieter Pötsch eine konsequente Aufklärung der Affäre. Anfangs reagierten die Anleger skeptisch, doch kurz vor Handelsschluss drehte VW ins Plus. Inzwischen haben die Titel wieder ein Niveau von über 130 Euro erreicht.

Erst im Februar, als Dax & Co insgesamt wegen der Ölpreisturbulenzen unter Druck standen, rutschte der Kurs nochmals unter die 100-Euro-Marke. Doch selbst die Klage von Profi-Investoren auf einen Schadenersatz von 3,3 Mrd. Euro belastete die Aktien nur zeitweise.

Schon die Aussicht auf eine Einigung mit der US-Umweltbehörde gab VW an der Börse bald neuen Schub. Als sich der Wolfsburger Konzern am 21. April mit den US-Behörden auf einen umfassenden Entschädigungsplan verständigen konnte, lagt der Kurs bei 127 Euro.

Inzwischen notieren VW-Aktien um die 130 Euro. Damit liegen die Papiere nach wie vor um 20 Prozent unter dem Jahreshoch von 2016 und auf der Hälfte des Spitzenkurses seit Anfang 2015. Aber die Richtung scheint wenigstens zu stimmen. (Reuters)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2016)