Schnellauswahl

Kein freiwilliges zehntes Schuljahr für Flüchtlinge

(c) Clemens Fabry
  • Drucken

Außerordentliche Schüler dürfen an NMS und Polys kein Jahr anhängen. In Oberösterreich sind 126 junge Flüchtlinge betroffen.

Manche jugendliche Flüchtlinge haben in Oberösterreich wenige Tage vor dem heutigen Schulbeginn eine schlechte Nachricht bekommen: Entgegen der Zusage vor dem Sommer dürfen sie nicht mehr in die Schule gehen. Wer älter ist als 15 Jahre, kann kein freiwilliges zehntes Schuljahr mehr an einer Neuen Mittelschule oder an einer Polytechnischen Schule machen. „Da erzählt man den Flüchtlingen immer wie wichtig Bildung ist und dann verweigert man den 15-Jährigen den Zugang zu Bildung“, kritisierte die Ex-SPÖ-Abgeordnete Sonja Ablinger auf ihrer Facebookseite.

Der verantwortliche Landesschulinspektor Werner Schlögelhofer sagte im Gespräch mit der „Presse“, das Bildungsressort habe die Länder im Sommer informiert, dass ein freiwilliges zehntes Schuljahr an Pflichtschulen für außerordentliche Schüler, die nicht mehr schulpflichtig sind, nicht möglich ist. In Oberösterreich sei man bisher davon ausgegangen, dass jene jugendlichen Flüchtlinge, die schon für das neunte Schuljahr an der Schule waren, noch ein Jahr anhängen dürften – auch wenn sie außerordentlich und nicht mehr schulpflichtig seien.

Betroffen seien davon in Oberösterreich 126 jugendliche Flüchtlinge, sagt Landesschulinspektor Schlögelhofer zur „Presse“. Man sei in guten Gesprächen mit dem Bildungsministerium, um Erwachsenenbildungsmaßnahmen zu organisieren, also etwa Alphabetisierungs- und Basisbildungskurse. Was einen Schulbesuch der Flüchtlinge angeht, die älter als 15 Jahre sind, gebe es unter anderem die Möglichkeit von sogenannten Übergangsstufen, die auf eine weiterführende Schule vorbereiten.

Keine älteren Flüchtlinge in Polys

Ein ähnliches Problem hatte es vor einem knappen Jahr gegeben. Vor allem in der Steiermark waren nicht mehr schulpflichtige Flüchtlinge in den Polytechnischen Schulen aufgenommen worden. Bis das Bildungsministerium dann via Rundschreiben nochmals klarstellte, dass das nicht erlaubt ist. Es gebe keine Rechtsgrundlage dafür, hieß es aus dem Bildungsministerium dazu. Auch da wurde betont, dass diese Jugendlichen in Basisbildungskursen besser aufgehoben wären. 

>>> Facebookseite von Sonja Ablinger

Der Artikel wurde aktualisiert. In einer ersten Version war von 100 bis 150 betroffenen Flüchtlingen die Rede.

(beba)