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Hannes Arch: Beisetzung offenbar in Stille

AIR RACE-PILOT HANNES ARCH BEI HUBSCHRAUBERABSTURZ GETOeTET
APA/EXPA/JFK
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Am Samstag ist eine öffentliche Gedenkfeier in Trofaiach geplant. Der verletzte Hüttenwirt berichtet indes vom Unfall und deutet an, Arch sei ohne Nachtflug-Ausrüstung geflogen.

Der in den Kärntner Bergen mit einem Hubschrauber tödlich verunglückte Extremsportler und Pilot Hannes Arch ist am Sonntag offenbar im engsten Familienkreis beigesetzt worden, wie der ORF meldete. Vonseiten der Behörden in seinem obersteirischen Heimatort Trofaiach war dazu nichts zu erfahren. Allerdings soll es am Wochenende eine Gedenkfeier geben. Aus Rücksicht auf die Familie, gebe es keine Auskünfte. Bei Red Bull war ebenfalls keine Bestätigung zu erhalten.

Die Stadt Trofaiach im obersteirischen Bezirk Leoben, aus der Arch stammte, zollte dem berühmten Sohn der Gemeinde auf ihrer Facebook-Seite Respekt: Zu sehen war ein schwarz gerahmtes Bild mit einem Trauerflor, das die Handabdrücke von Arch zeigte. Am Samstag soll es laut Gemeinde, die Arch zum Ehrenbürger gemacht hatte, eine öffentliche Gedenkfeier geben. Das Programm wird noch zusammengestellt.

"Das Warten war grausam"

Der mit Arch mitgeflogene Hüttenwirt, der den Absturz schwer verletzt überlebte, erklärte im Interview mit der "Bild"-Zeitung, das Ganze sei so schnell gegangen, plötzlich sei eine Felswand im Scheinwerferlicht aufgetaucht. Arch hätte zuvor gesagt, er habe eine Nachtflug-Ausrüstung. Im Hubschrauber habe er aber nur den Strahl des Start- und Landescheinwerfers gesehen, wird in dem Bericht angedeutet.

Arch habe noch versucht, die Maschine hochzuziehen, doch dafür sei es zu spät gewesen. Er selbst, so der Hüttenwirt, habe dann rund acht Stunden auf seine Rettung gewartet: "Das lange Warten war grausam. Ich war kurz davor, mich aufzugeben." Er habe kaum atmen können, weil sein Brustkorb eingequetscht war. "Der Gurt hatte sich in meinen Bauch eingeschnitten. Ich dachte, das war es wohl."

Dass Arch ohne Nachtsichtbrille geflogen sein soll, findet Hubschrauberpilot Marco Niles gegenüber FAZ.NET nicht ungewöhnlich. "Es ist völlig normal, nachts nur mit Scheinwerfern zu fliegen." Eine Nachtsichtbrille falle zudem unter das Kriegswaffenkontrollgesetz. "Die bekommt man als normaler Mensch überhaupt nicht", so Niles, der mit seinem Unternehmen „HeliXpert“ Hubschrauberpiloten ausbildet.

Wrack wird in Wien untersucht

Das Wrack des Hubschraubers wurde am Montag nach Wien gebracht, dort wird die Flugunfallkommission mit den detaillierten Untersuchungen beginnen. Mit Aufschlüssen über die mögliche Unfallursache ist aber erst in einigen Wochen oder Monaten zu rechnen.

>>> Zum FAZ.NET-Bericht