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Gute Bildung macht reicher und gesünder

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Kindergartenjahre helfen beim (späteren) Rechnen und Akademiker haben nicht nur bessere Jobchancen, sondern auch weniger Zipperlein: Die Ergebnisse der aktuellen OECD-Studie.

Bildung zahlt sich mehrfach aus. Das zeigt die am Donnerstag veröffentlichte OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2016". Je höher der Bildungsstand, desto geringer ist das Risiko arbeitslos zu werden und desto höher das Einkommen. Höher Gebildete fühlen sich außerdem gesünder - und: Wer einen Kindergarten besucht hat, hat ein deutlich geringeres Risiko, später ein schlechter Schüler zu sein.

Gleich am Beginn der Bildungskarriere zeigt sich ein Zusammenhang zwischen dem Besuch einer frühkindlichen Bildungseinrichtung und dem späteren Leben: Je länger ein Kindergarten besucht wird, desto geringer ist das Risiko, später zu einem Risikoschüler in Mathematik zu werden - selbst nach Berücksichtigung des sozioökonomischen Hintergrunds.

Kindergartenjahre helfen beim Rechnen

Für dieses Ergebnis wurde auf Daten aus der PISA-Studie zurückgegriffen. Demnach fielen in Österreich 36 Prozent jener Kinder, die keinen Kindergarten besucht hatten, in die Gruppe der leistungsschwachen Rechner (OECD: 41 Prozent) . Bei den Kindern, die höchstens ein Jahr im Kindergarten waren, betrug der entsprechende Anteil nur mehr 27 Prozent (OECD: 30 Prozent), bei einem längeren Kindergartenbesuch sogar nur mehr 17 Prozent (OECD: 20 Prozent).

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Profitiert wird aber auch im Erwerbsleben - und zwar zunächst einmal beim Umstand, dass es ein solches überhaupt gibt. So betrug 2015 die Erwerbslosenquote in Österreich bei den Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss 19,1 Prozent (OECD: 17,4 Prozent), bei jenen mit einem Abschluss im allgemeinbildenden Sekundarbereich (in Österreich z.B. AHS-Matura) 7,7 Prozent (zehn Prozent), bei Personen mit einem Abschluss im berufsbildenden Sekundarbereich (z.B. Lehre, berufsbildende mittlere Schule/BMS) 5,7 Prozent (9,2 Prozent) und bei Hochschulabschlüssen (in Österreich inkl. BHS-Abschlüssen) 4,1 Prozent (OECD: 6,9 Prozent). Die gegenüber der OECD durchwegs besseren Werte zeigen, dass sich hierzulande Bildung sogar noch mehr auszahlt.

Mehr Geld mit höheren Abschlüssen

Mit höheren Abschlüssen wird aber auch mehr verdient: So erhalten in Österreich etwa Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss nur 75 Prozent des Einkommens von Personen mit Sekundarabschluss (v.a. Lehre, BMS, AHS-Matura). Hochschulabsolventen erzielen dagegen ein höheres Einkommen als die Sekundarabsolventen: Personen mit Bachelor-Abschluss um fünf Prozent mehr, Absolventen eines tertiären Kurz-Studiengangs (in Österreich vor allem BHS) um 30 Prozent, Master- bzw. Doktoratstudenten um knapp 80 Prozent.

Nicht nur für den Geist

Mit höherer Bildung fühlt man sich aber offenbar auch gesünder: In Österreich gaben etwa 34 Prozent der 25- bis 44-jährigen Personen mit höchstens Pflichtschulabschluss an, in ihrer Aktivität aufgrund von Gesundheitsproblemen eingeschränkt zu sein (OECD: 23 Prozent). Bei den gleichaltrigen Hochschulabsolventen waren es dagegen nur 13 Prozent (OECD: 10 Prozent). Bei den 65-Jährigen und Älteren klagten in Österreich schon 71 Prozent der Pflichtschulabsolventen über gesundheitsbedingte Einschränkungen (OECD: 57 Prozent), aber nur 42 Prozent der Hochschulabsolventen (38 Prozent).

 

(APA)