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Steiermark: Empörung über illegal geschächtete Schafe

79 Schafe sollen auf einem oststeirischen Gehöft mit Kehlenschnitten getötet worden sein. Zumindest einer der Schächter wurde angezeigt.

In der Steiermark sind Medienberichten zufolge 79 Schafe illegal geschächtet worden. Mehrere Muslime hätten die Tiere auf einem Gehöft in der Oststeiermark mit Kehlenschnitt ohne Betäubung ausbluten lassen, berichtet die "kleine Zeitung". Einer der Männer soll ein Arbeitskollege des Hof-Besitzers sein. Protest kommt nun von Tierschützern und aus der Politik. Weitere 52 Schafe wurden dem Bericht zufolge nicht mehr getötet, weil die Behörden einschritten.

Die Schächtungen müssen schon länger stattgefunden haben, wie ein Amtstierarzt der "Kleinen Zeitung" zufolge sagte. Man habe noch fünf Körper von toten Schafen gefunden, die restlichen 74 seien schon weggebracht worden. Da wurden nur noch die Schädel und Innereien auf dem Misthaufen gefunden, so wie Tierreste, die früher entsorgt worden seien. Zwölf der muslimischen Schächter habe man noch am Gehöft angetroffen. Sie dürften die insgesamt rund 130 Tiere bei verschiedenen Betrieben gekauft haben. Gegen zumindest einen der Schächter ist Anzeige erstattet worden.

Schächtung nur mit Betäubung

Laut dem Büro von Tierschutz-Landesrat Anton Lang (SPÖ) gebe es in der Steiermark nur zwei Schlachthöfe, die Schächtungen durchführen dürften, in Buch-Sankt Magdalena und in Pölfing-Brunn. Das Tierschutzgesetz schreibe hierzu vor, dass alle Schlachttiere unmittelbar nach dem Schächtschnitt, bei dem die großen Blutgefäße im Halsbereich geöffnet werden müssen, sofort wirksam zu betäuben seien. Schächtungen dürften nur in einem dafür zertifizierten Schlachthof unter Beisein eines Tierarztes stattfinden.

Lang sagte weiters, er lehne das "unfachgerechte Schächten von Tieren aus tiefster Überzeugung ab, da es sich dabei um fürchterliche Tierquälerei handelt. Als Tierschutzlandesrat appelliere ich an die Behörden, im Interesse des Tierwohles bei illegalen Schächtungen mit aller Härte durchzugreifen. Ein generelles Verbot von Schächtungen ist aus verfassungsrechtlichen Gründen derzeit leider nicht möglich", sagte Lang. Es gebe in Österreich "sehr exakte gesetzliche Regelungen, wann rituelle Schlachtungen durchgeführt werden dürfen".

FPÖ spricht von "Todesfolter"

FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek sagte in einer Aussendung, Schächtungen seien "eine grausame Todesfolter". Man werde in der kommenden Landtagssitzung ein absolutes Schächtungsverbot beantragen. Derzeit sei die Schächtung unter gewissen Voraussetzungen erlaubt, "aus FPÖ-Sicht völlig zu Unrecht", sagte der Klubchef.

Die steirische Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck sagte laut "Kleine Zeitung", pro Jahr gebe es etwa 15 Anzeigen und Beschwerden wegen illegaler Schächtungen. Auch der Aktive Tierschutz Steiermark zeigte sich empört: "Es fehlt das Bewusstsein, dass es sich um ein furchtbares Unrecht und um einen eindeutigen Verstoß gegen das Gesetz handelt", sagte Obmann Herbert Oster.

(APA)