Sie können es ja doch

Die Autoindustrie macht große Fortschritte bei der Emissionsvermeidung. Ein Glück, denn Alternativantriebe sind noch Zukunftsmusik.

Na also, sie können es ja doch: Die großen Autohersteller haben, wie eine soeben veröffentlichte Studie (siehe Seite 15) zeigt, in kurzer Zeit beträchtliche Fortschritte bei der CO2-Vermeidung (und damit beim Treibstoffverbrauch) gemacht. Das freut die Umwelt und schont die Handelsbilanz. Geradezu spektakulär ist, was den deutschen Herstellern beim von Umweltschützern oft geschmähten Diesel gelungen ist. Auch bei den nicht ganz so verbrauchsgünstigen Benzinmodellen ist wohl noch einiges drin, wie Motorenforscher meinen. Dafür sorgt schon der ordentliche Druck, der von immer engeren Limits für den Schadstoffausstoß ausgeht.

Das ist eine gute Nachricht. Denn global gesehen gehört der Verkehr (gemeinsam mit der Landwirtschaft und der Industrie) zu den großen Klimaproblembären. Und Abhilfe ist so schnell nicht in Sicht: Die Euphorie, die bei der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt in Sachen Elektroauto verbreitet wird, hat nämlich leider keine reale Basis. Dem Elektroantrieb gehört wohl die Zukunft, aber die nächsten 20 bis 30 Jahre wird es auf den Straßen noch überwiegend dieseln und tuckern.

Noch hapert es nämlich an brauchbaren Batterietechnologien, an Ladeinfrastruktur und, nachdem der Strom ja nicht aus der Steckdose, sondern oft aus Wärmekraftwerken kommt, wohl auch an großflächiger umweltfreundlicher Stromerzeugung. Da sollte man die Zukunftschancen optimistisch, aber nüchtern einschätzen. (Bericht: Seite 15)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2009)

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